Spüre die göttliche Gegenwart, das ist was wir brauchen

Und dann, die Devi fragte den Kaufmann: „Gibt es irgendetwas, was du haben willst?“ Dann sagte der Kaufmann: „Weißt du, ich sehe dich, ich spüre deine göttliche Gegenwart, es gibt nichts, was ich wirklich brauche. Wenn du mir etwas geben willst, dann weißt du, ich heiße Samadhi, lass mich Samadhi erfahren, das höchste Bewusstsein.“ Und die Devi sagte: „Weil du keinen Wunsch mehr gehabt hast, wirst du Samadhi erreichen. Aber wenn du Samadhi erreicht hast, kehre zurück zu deiner Familie. Deine Kinder haben es längst bereut und deine Frau auch. Sie werden dich mit offenen Armen willkommen heißen. Und wenn du aus Samadhi mit reiner Liebe zu ihnen zurückkehrst, wirst du im Kreis deiner Lieben das Leben eines selbstverwirklichten Meisters führen können.“ So verschwand die Devi, der König kehrte zurück zu seinem Königreich, der Kaufmann erreichte Samadhi, kehrte zurück zu seiner Familie, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Die letzte Episode der Rahmengeschichte zeigt auch nochmals etwas, nämlich auch nochmal eine kleine Versuchung. Das kam ja auch in anderen Deutungen zum Ausdruck. Letztlich würde man ja sagen, der König hat sich nicht richtig entschieden. Er hatte eine hohe Erfahrung, er hätte eben diese höchste Erfahrung der Einheit haben können, stattdessen wollte er ein Königreich. Er hat noch mehr bekommen, als er gewollt hatte, aber man kann auch sagen, mehr Probleme, als er gewollt hatte. Es ist schon schwierig genug, ein Königreich zu regieren. Jetzt angenommen, jemand soll noch dazu irgendwo von einer feinstofflichen Ebene die Menschheitsgeschicke lenken, ist die Frage, wie soll der das anstellen? Es ist schon schwierig genug, einen Menschen irgendwo zu lenken. Es ist schon schwierig genug, einen Hund zu lenken. Jetzt, einen Menschen zu lenken, ist schon schwierig, die Geschicke eines ganzen Menschengeschlechts… Es ist zwar ein Königreich ohne Gegner, aber wer sowas probieren würde, wenn es so jemanden gäbe, hätte schon einiges zu tun. Der Mensch ist ein fantastisches Wesen, aber keines, das so einfach zu steuern ist. Man kann sagen, glücklicherweise. Der Kaufmann dagegen, der wollte nichts, er wollte nur das Höchste. Das ist doch eine große Sache, aber eben das verwirklichen, was schon ist, ohne etwas Zusätzliches zu wollen. Und so hat er auch all das bekommen, was er sonst vielleicht noch als unterbewussten – vielleicht auch als bewussten – Wunsch hatte. Das finden wir auch wieder in den Evangelien, wo Jesus sagt: „Strebe zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch alles andere auch zufallen.“

Hari Om Tat Sat

Dies also als Geschichten zu Navaratri, zu diesem Festival der göttlichen Mutter. Und so wünsche ich euch weiter viel Freude und Inspiration auf dem Yogaweg, für diejenigen, die auf dem Yogaweg sind. Viel Freude und Inspiration für eure anderen spirituellen Wege, für diejenigen, die vielleicht einen anderen Weg gehen und mal aus Neugier hier her gekommen sind. Und einen guten Anfang für diejenigen, die heute das erste Mal in diesem Haus sind oder mit Yoga beginnen wollen. Es heißt immer, Navaratri ist die beste Zeit, um Yoga zu beginnen oder die Praxis zu vertiefen. Und wir wollen nochmals schließen mit dem „Om“ zur Harmonie von Körper, Geist und Seele und diesem Segensmantra der guten Wünsche für alle Wesen überall.

Wenn ihr noch mehr Geschichten lesen wollt, es gibt ja dieses Buch in der Boutique „Yogageschichten“. Es gibt auch von Swami Sivananda das Buch „Inspirierende Geschichten“ und auch das Buch „Parabeln“. Und auch noch von zwei anderen Autoren Geschichten. Also, wir haben dort eine Menge von Geschichten, die man lesen kann, zum Teil auch seinen Kindern vorlesen kann oder vielleicht abgewandelt auch nacherzählen kann. Und eben auch sich selbst. Oder auch, eine Menge von dem, was ich in Vorträgen erzähle, gibt es ja auch im Internet. Und manche von euch mögen das ja auch kennen. Wenn die Aufnahme gut wird, wird die ja auch irgendwann veröffentlicht werden. Manche haben vielleicht gesehen, ich habe da so einen Knopf hier. Ihr könnt einfach auf www.yoga-vida.de gehen und dann findet ihr einen Link von unserer Hauptseite aus. Oder auch, dann in qualitativ besserer Aufnahme, ist diese CD „Yogageschichten“, wo auch ein paar Geschichten drauf sind.

Fortsetzung folgt –

Niederschrift eines Mitschnittes eines Vortrags mit Sukadev Bretz.  nach Meditation und Mantra-Singen im Rahmen eines Satsangs bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Hier einige Weiterführende Links:

Ø      Indische Götter

Ø      Was sind Mantras?

Ø      Hinduismus

Ø      Kirtan – Mantra-Singen: Mit Videos und mp3 Audios, alles kostenlos

Ø      Seminare zum Thema Mantra-Singen und indische Musik

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