Diwali – das Lichterfest

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DiwaliWas ist Diwali? Welche Bedeutung hat Diwali? Darum geht es in diesem Podcast. Diwali ist das indische Lichterfest, im jahr 2013 gefeiert am 3.November. Es feiert die Rückkehr von Rama nach Ayodhya, die Hochzeit von Lakshmi und Vishnu, den Sieg von Krishna über einen Dämonen und auch den Sieg von Kali über einen Asura. So hat Diwali eine wichtige Bedeutung für alle drei Hauptzweige des Hinduismus: Shaivismus, Vaishnavismus und Shaktismus bzw. Tantra. Daher ist Diwali das wahrscheinlich wichtigste Fest in Indien – vergleichbar mit Weihnachten.

 

Krishna, Radha und die Gopis

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Krishna und die Gopis – das ist ein beliebtes Thema der Hindu Mythologie. Radha und Krishna gelten als das Göttliche Paar – die Vereinigung von Mensch und Gott. Es gibt aber noch mehr Geschichten rund um Krishna und seine Frauen: Devaki war die leibliche Mutter von Krishna. Yashoda war die Ziehmutter. Krishna hatte nicht nur eine Frau: Am bekanntesten ist Radha. Radha war aber nur eine der vielen Gopis, Kuhhirtinnen, die Krishna verehrten und ihm voller Liebe zugetan waren. Krishna heiratete später auch – aber nicht Radha, sondern Rukmini. Und er heiratete 16000 Nebenfrauen…. Krishna war also kein Engel – mindestens nicht im modern-bürgerlichen Sinne… Dann spielen auch noch Kunti und Draupadi eine Rolle. Jede Menge interessanter Anekdoten also – von Sukadev erzählt am Tag nach Krishna Jayanti, Janmashtami. Ein amüsanter und lehrreicher Podcast – lass dich inspirieren und im Herzen berühren.

 

Krishna Geschichten Teil 2

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Krishna und RadhaKrishna, Avatar (Inkarnation) von Vishnu, symbolisiert Liebe, Freude, Engagement und Verhaftungslosigkeit. Krishna Geschichten sind voller Humor, sie berühren den Menschen in der Tiefe seines Wesens. Sukadev erzählt hier ein paar Krishna Geschichten und erläutert, was Krishna für den modernen Yoga Aspiranten bedeuten kann. Lass dich von diesen Krishna Geschichten inspirieren, öffne dein Herz dafür. Egal wie du zum Hinduismus stehst – Krishna Geschichten können Menschen aller Traditionen spirituell berühren.

Krishna – Geschichten, Teil 1

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KrishnaHier beginnt eine Reihe von Geschichten zu Krishna, einem der wichtigsten Aspekte Gottes. In dieser Ausgabe erzählt Sukadev einiges über Krishna, und spricht auch über die spirituelle Bedeutung dieser Geschichten und der Symbolik um Krishna. Krishna soll vor mehreren Tausend Jahren auf der Erde gewesen sein. Krishna ist jedoch auch heute wichtig. Lass dich von diesen Krishna-Geschichten inspirieren.

Krishna

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Baby_KrishnaWer oder was ist Krishna? Wofür steht Krishna? Krishna ist ein Avatar, also Herabkunft Gottes auf Erden. Krishna ist der Lehrer der Bhagavad Gita. Krishna heißt „der Geheimnisvolle“. Krishna steht für Liebe und Lebensfreude. Mehr erfährst du in diesem Podcast…

Krishna und Mirabai

Noch eine weitere Geschichte von Krishna, von einer Verehrerin von Krishna. Das ist jetzt sehr viel später, genaugenommen 4.500 Jahren später. Krishna soll ja jetzt nach Mythologie – kein Mensch weiß, ob sowas wörtlich zu nehmen ist – 3227 v. Chr. gestorben sein. Und dann gab es im indischen Mittelalter eine große Verehrerin von Krishna, die hieß Mirabai. Und als sie ein junges Mädchen war, dort schaute sie aus dem Fenster und da ging so eine Hochzeitsprozession entlang. Und die war ganz großartig und viel Musik und Prunk und alles. Und da fragte sie ihre Mama: „Was ist das?“ Dann erklärte sie das. Dann sagte sie: „Mama, wer wird mein Bräutigam denn sein?“ Und die Mutter sagte: „Das werden wir noch sehen.“ In der damaligen Zeit war es üblich, dass die Eltern den Bräutigam für die Kinder ausgesucht haben und eigentlich schon fast bei der Geburt. Und der Mutter war es so ein bisschen peinlich, dass sie noch keinen geeigneten Bräutigam für die Mira gefunden haben. Und um das nicht zugeben zu müssen, weil das irgendwo peinlich war –  Mira ist davon ausgegangen, dass da längst ein Mann für sie gefunden worden ist, sie wollte jetzt auch mal wissen, wer das ist – und dann sagte die Mutter einfach: „Siehst du hier diesen Krishna? Krishna wird dein Ehemann sein.“ „Krishna selbst mein Ehemann?“ Und sie nahm dann den Krishna vom Altar, also die Murti, nahm den ins Zimmer und machte jeden Tag Puja mit Krishna. Sie gab Krishna zu essen, sie wusch die Füße, machte Abhishekam und lernte dann auch die Mantras und hatte immer mehr das Gefühl, das ist nicht einfach nur eine Marmormurti, sondern das ist lebendig.

Vom modernen psychologischen Standpunkt würde man das mindestens als psychotisch oder sonst einsortieren, aber es gibt im Bhakti auch etwas anderes. Murtis, die man verehrt, werden wie zu Kanälen göttlicher Gnade, göttlichen Segen, sie werden wie lebendig. Das ist jetzt für Menschen, die mit diesem Konzept nicht vertraut sind, und insbesondere für Menschen, die das noch nicht erfahren haben, klingt das schon sehr eigenartig. Und von Krishna gibt es eben viele eigenartigen Geschichten. Aber wer schon mal mit einer solchen Murti regelmäßig meditiert hat, wer vielleicht regelmäßig davor Arati gemacht hat, noch mehr, wer vielleicht Puja gemacht hat, gut, und manche auch einfach, vielleicht hat der ein oder andere mal während dem Mantrasingen mal die Murtis angeschaut und plötzlich gemerkt, dass Krishna im besonderen Maße ihm oder ihr zulächelt. Mehr Menschen geht es sicherlich mit dem Bild von Swami Sivananda so, da westliche Aspiranten mit Bildern von Meistern oft mehr anfangen können als mit Murtis von indischen Göttern. Gut, viele kennen es von ihrem Liebsten, wo vielleicht ein Bild im Portemonnaie mitgeschleppt wird. Wenn man unterwegs ist und dann spürt man sofort, dass da Liebe ist. Von diesen Murtis heißt es aber, dass da tatsächlich eben Licht da ist.

Und so, während Mira diesen Krishna immer verehrte und irgendwann zu einer wunderschönen jungen Frau heranwuchs, dort merkte sie, das war nicht einfach diese Marmormurti, sondern sie spürte immer mehr die göttliche Gegenwart. Und sie sah dann Krishna nicht nur in dieser Marmormurti, sondern wann immer sie Krishna anrief, erschien er ihr. Und sie sah Krishna und sie spürte Krishna und sie fühlte Krishna. Die Eltern hatten aber inzwischen einen Ehemann für sie ausgesucht. Und sie wollte erst niemanden und hat gesagt: „Du hast mir gesagt, ich bin die Frau von Krishna und jetzt willst du mich jemand anderes geben, das kannst du doch nicht machen. Wir sind doch ein Liebespaar.“ Aber die Eltern ließen sich nicht davon abhalten und sie gaben so Mirabai einem Durga-Verehrer aus einem Durga-Haus. Und das gab es anscheinend im alten Indien, sie hatte dann eine Schwiegermutter und die war nicht sehr freundlich gesinnt. Sie wollte nur Durga-Verehrung. Und als dann Mira mit der Krishna-Murti kam und Krishna-Verehrung machen wollte, das war ihr überhaupt nicht recht. Mirabai hatte keine Probleme, Durga auch zu verehren, für sie gab es dort keinen Unterschied, aber ihr besonderer Bezug war eben Krishna. Und so verehrte sie Krishna. Und die Schwiegermutter fand das überhaupt nicht gut und sie verbot ihr, Krishna zu verehren, im Palast zu verehren. Also ging sie mit ihrer Krishna-Murti aus dem Palast raus und fing dann an, zu singen. Inzwischen war sie zu einer wunderbaren Sängerin geworden und Komponistin. Bis heute werden Lieder von Krishna in ganz Indien gesungen und sind mit die schönsten spirituellen Lieder, die es gibt. Und so war sie also außerhalb der Palastmauern und sie sang die Verehrung von Krishna und alle möglichen Bettler kamen und alle möglichen anderen. Und das war jetzt natürlich ein absoluter Skandal. Die Frau eines Prinzen mischt sich mit all diesen Bettlern, alle Kastengrenzen überwunden und die ist dort im Dreck der Straße. Und schließlich sagte dann die Schwiegermutter: „Die müssen wir umbringen.“ Kein sehr kreativer Lösungsvorschlag. Und sie ließ der Mira einen Trank geben, der voller Gift war. Mira brachte diesen Trank, wie sie alles machte, erst Krishna dar. Also, normalerweise alles, was man zu sich nimmt, bringt man erst Gott dar. So wie wir ein kleines Gebet sprechen, so machte sie es. Und weil sie eine so unendliche Hingabe zu Krishna hatte, verwandelte Krishna dieses Gift in Nektar und als sie es trank, wurde nur ihr Strahlen umso größer. Als nächstes wurde ihr eine Kobra gebracht in einem Korb und es hieß, das wäre eine Blumengirlande. Und sie brachte diesen Korb Krishna dar und sagte: „Die Blumengirlande ist nur für dich.“ Und dann öffnete sie den Korb und dort war tatsächlich eine Blumengirlande drin. Die Schlange war transformiert worden in eine Blumengirlande. Und so probierten sie Verschiedenes aus, nichts gelang. Schließlich gab es die schlimmste Sache. Im damaligen Indien war es so üblich, eine Frau musste tun, was ihr Ehemann sagt. Und so überredete die Schwiegermutter ihren Sohn, der eigentlich damit nicht einverstanden war: „Befiehl der Mirabai, sich umzubringen. Da kann Krishna sie nicht mehr retten.“ Und sie nervte ihren Sohn so lange, bis er das schließlich machte. Und sie ging also los mit ihrem Krishna und war bereit, sich jetzt von einer Klippe runter zu stürzen. Und gerade kurz bevor sie dabei war, sich runter zu stürzen, verwandelte sich diese Marmor-Murti in einen lebendigen Krishna und er hielt sie zurück und sagte: „Jetzt ist deine Zeit als Ehefrau von ihm vorbei. Jetzt wird es Zeit, dass du nur mir dienst.“ Und sie sagte: „Aber ich muss doch das Gebot von meinem Mann erfüllen.“ Da sagte Krishna: „Gott ist wichtiger als menschgemachte Regeln.“ Und so ging Mirabai weg, sie folgte Krishna solange sie ihn sehen konnte. Und so durchreise sie ganz Indien, sang ihre wunderbaren Lieder und führte Tausende, wenn nicht Millionen von Menschen in Ekstase und Gottesbewusstsein. Die Geschichte geht auch noch weiter. Irgendwann erfuhr ihr Mann von seiner Frau und er ging zu ihr, verneigte sich vor ihr und wurde ihr Schüler.

Eine Geschichte, die man auf viele Weisen interpretieren kann. Sie ist aus historischer Zeit und es ist relativ wahrscheinlich, dass mindestens ein großer Teil davon so stattgefunden hat, wie es erzählt wird. Es kann in jedem Fall heißen, wenn wir uns Gott zuwenden, dann werden wir vielleicht auch manchmal geprüft. Nicht immer ist es einfach. Es heißt zwar so schön, „strebe zuerst nach dem Königreich Gottes, dann wird dir alles andere von selbst zufallen“, aber auch wenn wir vielleicht in einer modernen Zeit sind, wo es solche verrückten Regeln nicht mehr gibt, auch wenn wir in einer Zeit sind, wo Religionsfreiheit in großem Maße da ist, auch wenn wir in einer Zeit sind, wo Männer Frauen nicht befehlen können, sich umzubringen, oder hoffen können, dass ein Mord ungesühnt bleiben würde, auch wenn wir in vielerlei Hinsicht in einer sehr viel besseren Zeit leben als Mira, gilt es auch, dass wir manchmal Entscheidungen treffen müssen und dass manchmal Schwierigkeiten kommen und dass manchmal diese Treue zum Göttlichen, die Treue zu Gott und die Verehrung zu Gott, manchmal in Versuchung geführt wird. Anderes erscheint einfacher, anderes erscheint verlockender. In der heutigen Zeit kleidet sich das oft nicht nur in materielle Dinge, sondern irgendwelche Herzenssachen, die sich kleiden, als ob das Spirituelle zu einem spricht. Und da müssen wir tief beten und zu Gott beten. Und dann gibt es vielleicht Phasen von Trockenheit und Schwierigkeit, aber nachher gilt das, was Jesus gesagt hat, das, was der Freund von Krishna erfahren hat, was Mira erfahren hat, wenn wir zuerst nach Gott streben, erhalten wir alles, was wir sonst noch brauchen.

 

(unbearbeitete Niederschrift eines Vortrags von Sukadev bei Yoga Vidya Bad Meinberg)

Krishna und Sudama

Krishna lebte also in diesem riesen Palast, regierte über einen eigenen Kontinent, den er selbst aus einer Yogamaya heraus geschaffen hatte. Und dann gab es diesen anderen Schulkameraden, der mit ihm zusammen in eine Schule gegangen ist, also beim gleichen Guru gelebt hat, damals waren sie ganz einfach. Nur dieser hat es nicht zu viel gebracht in seinem Leben. Er hatte zwar einen makellosen Charakter und er hatte auch so eine ganz einfach Landwirtschaft, aber wenn es schlechtes Wetter war, dann musste die ganze Familie hungern und er hatte einige Kinder gehabt. Und ab und zu mal ging es ihnen etwas besser und dann war es wieder schwieriger. Und die Frau von ihm, die sagte ihm: „Geh doch mal zu Krishna, das ist doch dein Freund. Du hast mir immer erzählt, wie schön ihr dort zusammen wart und wie gut ihr bei dem Lehrer zusammen wart und wie das so war in eurer Schulzeit. Jetzt geh doch mal hin! Warum müssen wir so leiden?“ Dann sagte er: „Nein, ich kann doch nicht zu Krishna gehen als Bettler, er ist doch mein Freund.“ „Aber du kannst uns doch hier nicht hungern lassen.“ Und eines Jahres war es wieder soweit, es gab eine Trockenheit und sein ganzes Feld war verdörrt und die ganze Familie war am hungern. Schließlich, ehe es wieder Ehestreit gab, hat er gesagt: „Ok, dann gehe ich halt.“ Und dann sagte er aber noch: „Aber irgendein Geschenk muss ich ihm dann mitbringen.“ Sagte sie: „Geschenk, was braucht denn der Krishna von uns irgendein Geschenk hier?“ Und dann sagte er: „Ja, wenn man zu seinem Freund hingeht, irgendwas muss ich ihm mitbringen.“ Dann sagte sie: „Ich habe nichts, was ich dir geben könnte. Aber ich habe dir ein Frühstück gemacht, das ist gebratener Reis. Und du kannst auf den ja verzichten, dann kannst du das deinem Krishna bringen. Aber weißt du, der isst jeden Tag ein Festessen oder könnte es essen, aber das kannst du mitnehmen, wenn du willst.“ Dann wickelte er dieses Essen in ein Tuch ein und er kam dann zu Krishna. Er sah diesen riesengroßen Palast und diesen Prunk und alles und er wusste gar nicht, was er machen sollte und wie er jetzt sich trauen sollte, zu Krishna hinzugehen.

Vielleicht mag der ein oder andere das auch kennen, vielleicht habt ihr irgendeinen Schulfreund, der Millionär geworden ist und ihr seid vielleicht einfache Yogalehrerinnen, die gerade mühselig ihr Dasein fristen. Wobei vermutlich heute diese Unterschiede nicht so groß sind, wie das vielleicht im alten Indien war. Aber vielleicht doch.

Und er wusste nicht, wie er jetzt weitergehen sollte und dann plötzlich öffnete sich eine Tür und Krishna kam rennend dort raus, umarmte ihn, sie haben sich ja lange nicht mehr gesehen, und er begrüßte ihn und brachte ihn hoch in ein Zimmer und wusch seinem Gast selbst die Füße. Irgendwo, mit Krishna gibt es öfters diese Fußwaschgeschichten. Die sind ja letztlich irgendwo ähnlich wie auch im Christentum, wo Jesus die Füße seiner Jünger gewaschen hatte, so wusch er ihm die Füße. Und dem war das ganz peinlich. Und sie erzählten vor der guten alte Zeit und dann fragte noch Krishna: „Hast du mir nichts mitgebracht?“ Und da versank er noch mehr in Scham, er hatte sich gar nicht getraut, etwas dort zu geben. Und dann: „Ja, ich habe das hier.“ Und Krishna nahm das und er aß es mit größtem Genuss und sagte: „Das ist das beste Essen, das ich jemals hatte. Weißt du, hier habe ich diese ganzen Köche und die kochen mir zwar was ganz Tolles, aber weißt du, das hier, da steckt deine ganze Liebe drin, das ist besser als alles andere. Brauchst du noch irgendwas sonst? Kann ich irgendwas für dich tun?“ Und dann sagte der Freund: „Ja, weißt du, solange ich deine Gegenwart spüre, mehr brauche ich nicht.“ Und Krishna fragte nochmal: „Willst du wirklich nichts anderes? Ich kann dir alles geben, was du willst.“ Da sagte er: „Krishna, einfach zu wissen, dass du dich nach so langer Zeit an mich erinnerst, ein größeres Geschenk kann es nicht geben.“ Und Krishna fragte zum dritten Mal: „Gibt es nicht irgendetwas, was du doch haben willst?“ Sagte er: „Ja, lass mich dich stets spüren, denn ich weiß, ich sehe dich als Freund an, aber ich weiß, du bist nicht nur Freund, du bist die Inkarnation Gottes. Daher, sei immer mit mir.“ Am Abend sagte er: „Jetzt muss ich wieder zurückgehen.“ Und voller Euphorie und Wonne verließ er den Palast und als er draußen war, dort schürte es ihm fast die Kehle zu. Wie er konnte er jetzt seiner Frau zu Hause in die Augen sehen? Wie konnte er seinen Kindern in die Augen sehen? Und er entschied sich: „Wenn ich zu Hause ankomme, dann werde ich mich verdingen als Tagelöhner, ich werde alles tun, ich werde rund um die Uhr arbeiten, dass meine Kinder und meine Frau nicht darunter leiden müssen, dass ich den Krishna um nichts anderes bitten konnte als seine Gegenwart und seine Liebe und ihn eigentlich Dank aussprechen wollte.“ Und als er sich dem Dort näherte, dort merkte er, irgendwo war es nicht mehr ganz das gleiche. Dachte er: „Was ist denn jetzt passiert? Ist da vielleicht eine Armee einmarschiert oder so etwas?“ Viel Musik hörte er dort und Feiern. Dachte er: „Das ist aber komisch.“ Und dann ging er in die Richtung seines Hauses. Erst dachte er: „Wie kommt das, dass nach einem Tag ich mich verirre?“ Da war keine Hütte, da war ein riesengroßes Haus und um das Haus waren Mangobäume, die reife Mangos hatten und Kokosnussbäume. Und er verstand nicht, was das war. Und als er in die Nähe kam, dort lief ihm seine Frau freudestrahlend entgegen und sagte: „Oh danke, dies alles ist von Krishna gebracht worden. Danke, dass du so Krishnas Herz erweicht hast, dass er uns zu Hilfe gekommen ist.“

Moral von der Geschichte? In sehr ähnlicher Form hat es Jesus auch gesagt: „Strebt zuerst nach dem Reich Gottes, dann wird euch alles andere selbst zufallen.“ Und das ist vielleicht eher eine Geschichte für fortgeschrittene Aspiranten. Am Anfang ist es ja durchaus hilfreich, Yoga hilft ja, gesund zu werden. Menschen machen Asanas und Pranayama für mehr Energie, für Entspannung. Wir machen besondere Asanas gegen Rückenbeschwerden. Man macht dieses gegen Asthma usw. Dann hilft Yoga auch, mehr Energie zu haben, um sich durchzusetzen. Wir haben gehört über die Muladhara Chakra Konzentration, wir bekommen Festigkeit und Stärke und lassen uns nicht einfach von unseren Vorhaben abbringen. Also, Yoga hilft auch in dieser Hinsicht. Irgendwann kommt aber dann auch ein Punkt, wo wir uns entscheiden müssen. Was ist für uns wichtiger? Gotteserfahrung oder das Materielle. Gotteserfahrung oder das Emotionale. Gotteserfahrung oder anderes. Und wenn wir dann die Entscheidung treffen, dass die Gotteserfahrung uns wichtiger ist als alles andere, dann wird uns alles andere von selbst zufallen. Dadurch, dass er in dem Moment Entsagung geübt hat, gab es nachher keine Ehekrise, es gab auch kein Hungern von seinen Kindern, sondern er hatte alles, was er gebraucht hat. Dadurch, dass er nach dem Höchsten gestrebt hat und nach dem Höchsten gebeten hat.

(unbearbeitete Niederschrift eines Vortrags von Sukadev bei Yoga Vidya Bad Meinberg)