Krishna mit seiner Flöte steht für Freude und Ruf der Seele

Und dann kommen wir vielleicht zu dem schönsten Aspekt, nämlich Krishna. Krishna, der Aspekt nach Rama. Rama, kann man sagen, hat so etwas Konservatives an sich. Jetzt im positiven Sinne verstanden. Immer das Rechte tun, das Rechtschaffene tun, sein Dharma immer zu finden. Krishna hatte die gleiche Mission gehabt wie Rama, aber er hat es immer so gemacht, indem er unkonventionell war. Als Kind war er letztlich ein Lausbengel. Das sieht jetzt hier ganz lustig aus, hier unten ist aber irgendwelche süße Butter, die natürlich kleine Kinder nicht in dem Maße essen sollen und der Krishna hat das einfach dann gegessen. Er hat viele Streiche gespielt, aber immer lustige Streiche, und so, seine Mutter und die anderen im Dorf, die ja auch unter seinen Streichen gelitten haben, konnten ihm nie böse sein, und er hat sie immer wieder zum Lachen gebracht und hat so zur Freude verholfen. Dann als Jugendlicher spielte er die Flöte vor einer Kuh. Krishna heißt ja auch Govinda, Gopala, das heißt, der gute Hirte. Auch das kennen wir ja in der christlichen Symbolik, Jesus als der gute Hirte, so auch Krishna als der gute Hirte. Krishna spielt die Flöte. Und die Flöte symbolisiert zum einen auch den Ruf der Seele. In uns ruft etwas, was uns zum Höchsten führen will und diesem Ruf gilt es auch, zu folgen. Manchmal versuchen wir, diesen irgendwo zuzuschütten oder zu betäuben, aber diese Seele macht sich in uns hörbar. Und da ist diese Sehnsucht, die uns niemals mit etwas dauerhaft zufrieden sein lässt. Die Flöte symbolisiert aber auch, dass wir ganz uns öffnen können, so dass Gott auf unserer Körper-Geist-Flöte spielen kann. Wenn wir ein großes Ego haben, dann ist es schwierig für Gott, auf uns zu spielen.  Heute Nachmittag hatte ich so ein längeres Gespräch mit jemandem, der hat gefragt: „Willst du das überhaupt?“ Und dann kann ich dazu nur sagen, ich will nur Gott. Alles andere ist letztlich, „dein Wille geschehe“ und ich will meine Aufgabe tun. Und so gilt es auch, uns immer zu Instrumenten zu machen. Nicht zu sagen: „Ich will dieses, ich will jenes und dieses brauche ich und jenes brauche ich usw.“ Der Wünsche ist kein Ende und eigentlich verstopfen wir nur die Flöte und dann gibt es Disharmonien. Es gilt, uns zu öffnen und zu sagen: „Dein Wille geschehe und ich will das tun, was meine Aufgabe ist.“ Schließlich sehen wir Krishna hier in der Bhagavad Gita, als Lehrer der Bhagavad Gita, wo er auf einem Wagen ist, Arjuna ist neben ihm. Eigentlich lustigerweise, Arjuna ist Herr des Wagens, Krishna ist der Wagenlenker, aber es ist klar, Krishna hat diese Ausstrahlung. Das ist auch oft, es gibt ja auch gewisse Ausstrahlung, die wir haben können, und die ist wichtiger als Machtpositionen usw. Und das Interessante auch noch in der Beziehung zwischen Krishna und Arjuna ist, die beiden kannten sich über viele Jahrzehnte und sie waren mehr in einer Freundschaftsbeziehung. Und Arjuna hat auch schon viele Jahrzehnte ernsthaft spirituelle Praktiken gemacht. Asanas werden in der Mahabharata beschrieben, Pranayama, Meditation, Pujas usw. Aber erst nach mehreren Jahrzehnten kam er in die Situation, wo er sich ganz an Krishna gewandt hat, und dann hat er Samadhi erreicht.

Fortsetzung folgt –

Niederschrift eines Mitschnittes eines Vortrags mit Sukadev Bretz.  nach Meditation und Mantra-Singen im Rahmen eines Satsangs bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Hier einige Weiterführende Links:

Ø      Indische Götter

Ø      Was sind Mantras?

Ø      Hinduismus

Ø      Kirtan – Mantra-Singen: Mit Videos und mp3 Audios, alles kostenlos

Ø      Seminare zum Thema Mantra-Singen und indische Musik

One thought on “Krishna mit seiner Flöte steht für Freude und Ruf der Seele

  1. Ich hätte da eine Frage: die Bedeutung von krishnas floete wurde ja ausreichend erklärt. Weiss man aber auch woher oder wie krishna zu seiner floete kam? Mich würde dies sehr interessieren. Für eine Antwort danke ich ihnen schon zum voraus.

    Liebe grüße – radhe shyam

    Gerhard

  2. Da muss ich leider passen. Mir ist keine Geschichte bekannt, in der beschrieben wird, wie Krishna zu seiner Flöte kam. Ich würde vermuten, dass die Bansuri, Krishnas Flöte, eine typische Hirtenflöte war, die also jeder Hirtenjunge mal bekommen hat. Und Krishna scheint auf der Bansuri, der Bambusflöte, besonders schön, herzöffnend, inspirierend, bewusstseinserhebend gespielt zu haben.

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