Ich bin Diener Gottes, Teil von Dir, und ich bin Du

Dann gab es eine andere Geschichte von Hanuman und Rama, das ist eine meiner Lieblingsepisoden. Irgendwo kam Hanuman zu Rama hin und hat irgendwo an eine Tür geklopft. Und Rama hat gar nicht gehört, wer das war. Und dann fragte er einfach: „Wer ist da?“ Und Hanuman antwortete jetzt nicht: „Ich bin es, Hanuman“. Und Rama fragte noch:

Wer bist du? Wer ist da?“ Und dann antwortete Hanuman: „Auf der physischen Ebene bin ich dein Diener. Auf der geistigen Ebene bin ich ein Teil von dir. Auf der höchsten Ebene bin ich du.“ Das sind drei wichtige Ebenen des Seins. Und so können wir unseren spirituellen Weg auch begreifen. Identifizieren wir uns mit dem physischen Körper, dann können wir sagen: „Ja, ich bin Diener Gottes.“ Und wir können sagen: „Dein Wille geschehe.“ Und wir können sagen: „Oh Gott, bitte hilf mir, dass ich finde, was ich zu tun habe, was meine Aufgabe ist, was meine Pflicht.“ Wenn wir etwas tiefer gehen, dann stellen wir fest, die verschiedenen geistigen Fähigkeiten und alles, was wir haben, ist letztlich ein Teil Gottes. Wir sind nicht so getrennt. Das gehört auch irgendwo dazu, sich selbst anzunehmen, sich selbst wertzuschätzen, letztlich im Bewusstsein, „alles, was ich habe, stammt irgendwo auch von entweder Gott oder der Schöpfung oder von etwas Großartigem“. Also hier, das Herz, können wir sagen, oder auch die Liebe, wir sind Teil von einem größeren Ganzen, wir sind Teil Gottes. Damit können wir auch sagen, unser Körper ist Teil des Kosmos, unsere Emotionen Teil der kosmischen Emotion, unser Denken Teil des kosmischen Denkens. Etwas, woran wir immer denken können.

Fortsetzung folgt –

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Gott trägt uns mit einem Mantra über alles Schwere

Dann gibt es eine andere lustige Geschichte von Hanuman. Das wird jetzt etwas unchronologisch. Das war jetzt bevor diese Geschichte war, dort musste ja auch Rama mit seiner ganzen Armee nach Sri Lanka rüberkommen und die hatten nicht alle dieses Vertrauen, dass sie rüberspringen können. Das war eigentlich eine Horde von Affen und eine Horde von Bären – in den Mythen geht so etwas – und dann wurde überlegt, wie können die dort rüber – ich weiß nicht, ob es achtzig Kilometer oder so was sind – solange kann man auch nicht schwimmen. Und dort sagte Hanuman einfach: „Ich nehme Steine und da ritze ich den Namen von Rama rein und dann, Rama wird niemanden fallenlassen und so werden diese Steine oben auf dem Meer schwimmen.“ Und so nahm also Hanuman alle möglichen Steine, Felsbrocken, ritzte dort „Rama“ rein, das schwamm dann auf dem Meer und dann konnte ein Baumstamm darüber gelegt werden und so wurde langsam eine Brücke von Indien nach Sri Lanka gebaut. Der Rama, der eigenartigerweise selbst gar nicht so genau wusste, dass er eine Inkarnation Gottes war – das wusste nur der Hanuman – und der dachte: „Es ist doch komisch. Der ritzt jetzt so meinen Namen rein und dann schwebt dieser Stein oben oder schwimmt der Stein auf dem Meer.“ Da dachte er: „Das muss ich mal ausprobieren. Dann müsste ich ja auch einen Stein aufs Meer setzen können.“ Dann nahm er so einen großen Felsbrocken und setzte ihn auf die Oberfläche vom Meer. Und was passierte mit dem Stein? Er fiel runter. Also dachte er: „Nehme ich vielleicht einen kleineren Fels.“ Da nahm er einen kleineren Fels, legte ihn auf die Meeresoberfläche und, blub, blub, blub. Muss ich jetzt gerade mal an was denken. Irgendwie am letzten Mittwoch waren Shivakami und ich einmal um den Schieder See herumgefahren, mit Hund, und dann stand irgendwo, es ist kostenpflichtig, über den See zu fahren. Deshalb haben wir darauf verzichtet, mit dem Fahrrad über den See zu fahren. Aber es hätte mich fast gereizt, es mal auszuprobieren. So einen kleinen rebellischen Geist habe ich manchmal schon. Schließlich nahm der Rama so einen ganz kleinen Stein und er fiel trotzdem runter. Plötzlich hörte er hinter sich so ein schallendes Gelächter. Er drehte sich um und da war Hanuman. Und Rama war es peinlich. Auch lustig, Gott kann es auch peinlich sein, aber so sind halt Mythen. Und dann sagte Rama: „Wie ist das möglich? Du ritzt meinen Namen rein und der Stein schwimmt und ich lege den dort hin und der Stein fällt runter.“ Und dann sagte Hanuman: „Ist doch ganz einfach. Wenn du den Stein festhältst, dann gibt es kein Problem. Wenn dein Name reingeritzt ist, dann gibt es auch kein Problem. Aber wenn weder dein Name da ist noch du ihn festhältst, dann ist doch logisch, dass der Stein runterfallen muss.“ Und so ist es auch mit uns. Wenn wir große Hingabe an Gott haben, dann sind wir irgendwo, inmitten von allen Unwettern und Überschwemmungen des Alltags schwimmen wir oben. Wenn es uns mal nicht gelingt, uns so Gott hinzugeben, dass wir das Gefühl haben, Gott trägt uns, dann können wir mindestens ein Mantra wiederholen, bzw. einen Namen Gottes, und dann wird uns das tragen. Aber wenn wir weder diese Hingabe haben und das Gefühl, dass Gott uns trägt, noch ein Mantra, bzw. einen Namen Gottes wiederholen und dann kommt eine Überschwemmung, dann ist es nicht ganz so einfach.

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Tue immer Gutes

„Wenn du Gutes tust, werden andere dich vielleicht niederer Motive beschuldigen. Tue trotzdem Gutes!“ Wir brauchen uns nicht immer rechtfertigen, nur das Herz ist das, was zählt. Und Sita kann dort reinschauen, natürlich, andere können nicht reinschauen, aber es ist wichtig, unser eigenes Herz ist rein. Dann irgendwann später kam dann Rama mit einer ganzen Armee, um jetzt die Sita zu befreien. Und dort die Gegner haben dann irgendwelche Waffen eingesetzt, irgendwelche magischen Waffen und chemische Waffen, würde man fast sagen, so wie das klingt, und dann hat der Arzt vom Lager von Rama gesagt: „Ich brauche ein bestimmtes Kraut dafür und das gibt es nur an einem Berg im Himalaya.“ Und dann ist Hanuman dort hochgesprungen. Und dort kam er an und hat die Beschreibung vergessen, wie dieses Kraut aussah. Und dann hat Hanuman kurz entschlossen den ganzen Berg auf die Hand genommen. Das ist ja ein kreativer Lösungsvorschlag. Er hätte ja auch einfach hingehen können, „oh, ich armer Tropf und ich weiß es nicht“ und vor Schmerz und Trauer vergehen und zurückkommen: „Oh Rama, leider konnte ich es nicht. Ich bin halt dumm und vergesslich.“ Aber nein, er hat gedacht: „Gut, dann nehme ich halt den ganzen Berg mit.“ Dann sagte er, „Om Shri Ram Jay Ram Jay Jay Ram“, ist riesengroß geworden und konnte dann den Berg nehmen, ist dann runtergesprungen nach Sri Lanka und so konnte dann Ramas Bruder gerettet werden und eine ganze Menge anderer, die genau dieses Medikament brauchten.

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Vertrauen zu Gott Rama macht alles möglich

Und da heißt es eben auch, das Karma verlangt von uns nur Dinge, die wir auch machen können. Aber es verlangt manchmal sehr viel mehr, als wir denken, dass wir machen können. Jetzt können wir uns dagegen sperren und dann bleiben wir in unserem Mauseloch und verziehen uns, oder wir können eben aus unserem Mauseloch rausgehen und sagen: „Was auch immer möglich ist, das will ich möglich machen.“ Hanuman war dabei aber auch einer, der sehr kreative Lösungsmöglichkeiten hatte. Als er dann zu Sita hinkam und so sah die Sita ihn, sie hatte ihn noch nie vorher gesehen, und dann wusste sie nicht, wer das überhaupt ist. Und dann sagte er: „Ich bin ein Bote von Rama. Rama hat mich geschickt.“ Da hat sie gesagt: „Woher weiß ich das?“ Und dann sagte er: „Ich habe hier den Ring von Rama.“ Und da sagte sie: „Oh, Rama kann ihn aber auch verloren haben und du hast ihn aufgeschnappt oder du hast ihn irgendwo künstlich nachgemacht.“ Und dann nahm Hanuman seine Hände und mit seinen Klauen riss er seinen Brustkorb auf und da, wo normalerweise ein Herz war, dort war Rama. Die, die näher hier vorne sind, können das so sehen, das ist hier so sein Herz und da ist Rama. Es gibt auch manchmal etwas blutigere Bilder, wo sein Brustkorb aufgerissen ist und Blut herunter träufelt, aber in der Mitte Rama ist. Dieses Bild mag ich ein bisschen lieber. Wir können nämlich Gott in unserem Herzen tragen, ohne dass das mit Blut verbunden ist. Und das heißt auch, letztlich, es gibt nur einen einzigen Beweis, dass das, was wir tun, von Gott kommt, das ist unser Herz. Diejenigen, die heute Morgen hier waren, da habe ich ja diese paradoxen Gebote gelesen und da sagt er:

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Hingabe an Rama und Sita

Hanuman traf also Rama und wollte ihm dienen und dann ist dem Rama eines passiert, seine Frau ist entführt worden und die Frau ist entführt worden nach Sri Lanka von einem Dämonen namens Ravana. Und Rama sandte dann Hanuman, er möge doch bitte gucken, „wo ist die Sita?“ Da wusste noch niemand, dass sie auf Sri Lanka war. Außerdem hat er gesagt: „Komm nicht später zurück als dann und dann, aber nicht, ohne die Sita vorher gesehen zu haben.“ Lange Zeit lief Hanuman quer durch ganz Indien und sah keine Spur von Sita und dann hörte er plötzlich, Sita ist auf Sri Lanka. Es war aber nur noch kurze Zeit. Und jetzt, Sri Lanka liegt ja einige Kilometer oder einige Dutzend Kilometer von Indien weg. Wie kam er da jetzt hin? Es gab dort keinen Hafen, keine Schiffe, es soll ja in grauer Vorzeit gespielt haben. Also überlegte er und dann sagte er, „Om Shri Ramaya Namaha Ram Ram Ram“ und dann machte er einen großen Sprung und nahm dann Anjaneyasana ein. Wisst ihr, was Anjaneyasana ist? Anjaneyasana ist ja die Stellung von Anjaneya und Anjaneya ist Hanuman. Jedenfalls, die Stellung ist eine sehr ergodynamische Stellung, wo wenig Luftwiderstand ist und dann kann man einige Dutzend Kilometer eben fliegen. Das werde ich sie jetzt nicht bitten, vorzumachen, das ist dann Hanuman selbst vorbehalten. Und das soll eben auch zeigen, mit großem Vertrauen und Hingabe ist alles Mögliche möglich. Ob alles möglich ist, ist eine andere Sache, aber sehr viel blockieren wir, indem wir denken, „kann ich nicht, alles zu viel, ist nicht mein Ding“. Kennt ihr das? „Mag ich vielleicht auch noch nicht.“ Und auf diese Weise blockieren wir eine Menge an Möglichkeiten. Wahrscheinlich ist sehr viel mehr möglich, als wir denken. Und da steht also Hanuman für diese gesunde Hingabe und einfach die Bereitschaft, Dinge zu probieren.

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Wie setzen wir das um, was ist meine Aufgabe? Wie hat Hanuman das umgesetzt?

Selbst, wie man einen Beruf ergreift, ist auch wieder die Frage, wie setzen wir das um? Und auch das wiederum, man weiß also oft nicht genau, wie macht man das. Und so ähnlich war es auch bei Hanuman, und dort gilt als eines der Dinge, die man machen kann, wenn man es nicht genau weiß, was die Aufgabe ist. Was kann man machen? Zum einen kann man es ausprobieren, das ist sicher ein kluger Ansatz und im Sinne von Versuch und Irrtum. Wobei da auch wieder nicht klar ist, was ist eigentlich Irrtum? Nicht alles, was schief geht, war vorher ein Irrtum, sondern vieles war genau der richtige Weg dorthin.

 

Oder wir können um Führung bitten. Und das ist eben der zweite Aspekt von Hanuman, eben dieses Bhakti. Wir können sagen: „Oh Gott, ich weiß nicht, was ich tun soll, bitte sag du es mir.“ Und manchmal haben wir Glück und irgendwo von innen kommt eine Inspiration und wir wissen, was zu tun ist. Manchmal erscheinen von außen irgendwelche Aufgaben in unserem Leben, es bieten sich irgendwelche Möglichkeiten, Chancen oder wir spüren es vom Herzen und dann können wir um Führung bitten. Und das ist dann auch wieder etwas, das ist die zweite Phase von Hanuman und aus dieser Phase stammen ja die meisten der Bilder. Und in Hanumans Fall war das so, dass er offen war für alles, was dann an Aufgaben zu ihm gekommen ist. Einige von euch waren vielleicht vor ein paar Tagen hier als Ramanami war und da habe ich auch Geschichten von Hanuman erzählt und dann bitte ich um Vergebung, dass ich vielleicht die gleichen Geschichten noch mal erzähle, aber ich glaube, es ist auch schön, die gleichen Geschichten noch mal zu hören. Mindestens für mich ist es schön, sie wieder zu erzählen, und so hoffe ich, dass es auch für einige schön ist, sie zu hören. Wenn nicht, müsst ihr euch einfach ein paar Minuten gedulden, dann komme ich dann zu neuen Geschichten.

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Hanuman wollte ein rechtschaffenes Leben führen

Dann hat Hanuman einen zweiten Teil des Lebens gehabt, dann hat er nämlich Rama getroffen. Rama gilt als Inkarnation Gottes. Rama heißt wörtlich, derjenige, der sich freut. Rama gilt auch als Inkarnation der Rechtschaffenheit. Und so ist auch interessant, dass Hanuman jetzt voller Liebe Rama dienen will. Was auch heißt, auf gewisse Weise wollen wir ja ein rechtschaffenes Leben führen, auch wenn dieses Wort vielleicht altmodisch klingt. Man kann auch sagen, wir wollen ein verantwortungsbewusstes Leben führen, wir wollen ein Leben führen, das Gutes bewirkt für andere, wir wollen ein Leben führen, wo wir unsere Talente entwickeln können, wo wir unsere Talente leben können, wo wir unsere Talente zum Wohl von anderen einsetzen wollen, all das, was man mit dem altmodischen Ausdruck letztlich  „rechtschaffenes Leben“ bezeichnen würde. Dafür steht dann eben auch Rama. Und Hanuman wollte dieses rechtschaffene Leben führen, er wusste aber nicht genau, wie er das führen soll. Und das geht uns ja auch manchmal so. Gerade in der heutigen Zeit, vielleicht noch mehr als früher, hat man ja sehr viel mehr Wahlfreiheiten. Früher, angenommen, man war der Sohn eines Bauern, was wurde man höchstwahrscheinlich? Auch ein Bauer. Vielleicht konnte man noch irgendwo Landstreicher werden. Wenn man Glück hatte, konnte man auch noch irgendwo Mönch werden, vielleicht auch noch Clown oder so etwas. Aber ich glaube, im Mittelalter, das waren so mehr oder weniger die Berufsalternativen, die man hatte, wenn man aus einer Bauernfamilie kam. Eventuell konnte man noch wegrennen, in die Stadt rein, und dann hoffen, dass in der zweiten oder dritten Generation jemand dort ein Bürgerrecht kriegt. Oder der Sohn eines Schreiners wurde Schreiner. Und die Tochter eines Schreiners wurde die Frau von einem Schreiner. Wobei in früheren Zeiten die Frauen dann tatsächlich auch beschäftigt waren im Geschäft. Die haben sich nicht nur einfach um Haus und Kinder gekümmert. Aber in früheren Zeiten war die Frauen dann durchaus auch beschäftigt im ganzen Handwerksbetrieb mit vielem. Also, diese Arbeitsteilung, Frau ist für Kinder und Haushalt zuständig, war ja eigentlich im 19./20. Jahrhundert eine bürgerliche Errungenschaft gewesen, eine dieser zum Teil fragwürdigen Errungenschaften, aber für manche auch als Errungenschaft angesehen. Wie auch immer, heute haben wir mehr Freiheiten. Da kann eine Frau sagen: „Ja, ich will vielleicht für Kinder und Haushalt zuständig sein.“ Sie kann aber auch sagen: „Und zusätzlich will ich Yoga unterrichten.“ Sie kann aber auch sagen: „Zusätzlich will ich ein Yogazentrum aufmachen.“ Sie kann aber auch sagen: „Aber vielleicht doch nicht alles zusätzlich.“ Und kann natürlich noch hundert und tausend und zehntausend andere Berufe ergreifen.

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Hanuman Sohn des Windes – Pranayama

Bei Hanuman, der als Sohn des Windes gilt, ist allerdings der Hatha-Yoga-Aspekt insbesondere ein massiver Pranayama-Aspekt und wo er dort über Pranayama sogar fliegen konnte. Das konnte er sogar schon als junges Kind. Also, das entspricht auch manchmal dem Gefühl, wenn wir nicht nur eine Viertelstunde Yoga üben und einmal die Woche eineinhalb Stunden, sondern angenommen, es gelingst einem irgendwie ein, zwei, drei Stunden zu praktizieren, dann gibt es eine Phase in der Praxis, wo man wie auf Wolken geht, als ob man schwebt und Sprünge machen kann und alles irgendwo möglich erscheint. Allerdings, wer jetzt meint, er müsste jetzt nur jeden Tag die Pranayama-Praxis auf sechs Stunden erhöhen und dann würde alles viel einfacher gehen. Eine ganze Weile klappt es, aber Hanumans Leben hört damit auch nicht auf, sondern im Gegenteil, in seinem Leben, irgendwann ist er übermütig geworden. Irgendwie wollte er – ich weiß jetzt gar nicht – die Sonne wollte er, glaube ich, essen oder so ähnlich. Und das war dann doch nicht so ganz angebracht und so wurden ihm die Kräfte genommen und er hat die Erinnerung daran weitestgehend verloren und dann erschien er wieder wie ein ganz normaler Affe. Gut, ob das so weit gehen muss, weiß ich nicht, aber wir müssen auch eben aufpassen, wenn wir diese Pranaerweckung haben, wenn wir diese Krafterweckung haben, dass wir nicht übermütig werden, sondern am klügsten setzen wir es ein im selbstlosen Dienen für andere, im uneigennützigen Dienen für andere. Als ich angefangen habe mit meiner Yogapraxis, war ich gleich von Anfang an sehr begeistert von den Wirkungen des Hatha Yoga und vom Pranayama und ich habe das tatsächlich auf viele Stunden gesteigert. Und da wurde tatsächlich mein Geist auch besonders stark dabei und irgendwo hat es mir beim Studium geholfen und Verschiedenes gemacht und ich habe wenig geschlafen, immer noch irgendwo wie so ein Energievulkan war ich gewesen. Und als ich dann gefragt habe: „Was kann ich denn mit der Energie machen?“ Dann hieß es: „Karma Yoga.“ Dazu gehörte dann auch Kloputzen, dazu gehörte auch Staubsaugen, dazu gehörte dann auch Artikel für Yoga Journale schreiben und dazu gehörte noch eine ganze Menge anderes dazu. Gut, und das war dann eben gute Kanalisierung der Energie.

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Hanuman als Schutzherr des Hatha Yoga

Für viele der Yoga-Aspiranten heute ist der erste Bezug Hatha Yoga. Viele Menschen fangen heute an mit Yoga wegen Verspannungen, weil sie Energie brauchen, weil sie Kraft brauchen, weil sie Lebensfreude brauchen, weil sie irgendwo feststellen, ihr Kollege, der zehn Jahre älter ist, macht Yoga und sieht plötzlich zehn Jahre jünger aus. Shri Kartikeyan erzählt so die Geschichte… Shri Kartikeyan, so ein indischer Yogameister, der bis Anfang diesen Jahres durch die Welt gereist ist, über fünfundzwanzig Jahre lang, und er hat so gesagt, als er mal in Kalifornien war und dort hat ihn seine Gastgeberin einfach mitgenommen mal in die Hatha Yoga Stunde und vor der Stunde hat er einfach mal angefangen zu reden, er ist ja eigentlich ein sehr jovialer Mensch, der mit Menschen relativ schnell ins Gespräch kommt. Er hat sie einfach gefragt: „Warum machst du Yoga?“ Und dann hat sie gesagt, sie hätte schon seit vielen Jahren eine Kollegin und die würde in den letzten Monaten immer jünger aussehen, jeden Monat ein ganzes Jahr jünger. Und dann hat sie mal gefragt, was sie macht, und dann hat sie gesagt, sie macht Yoga. Dann hat sie gedacht: „Gut, das muss ich auch machen.“ Und dann hat der Shri Kartikeyan sie noch gefragt: „Und, hat es funktioniert?“ Und dann hat sie ihn dann gefragt: „Und für wie alt hältst du mich?“ Dann hat er irgendwas geschätzt und dann war sie tatsächlich ein paar Jahre älter, als er geschätzt hatte. Gott sei Dank. Aber ich glaube, diejenigen unter euch, die vielleicht nicht zu jung mit Yoga angefangen haben, die haben feststellen können, das passiert tatsächlich. Und diejenigen, die unterrichten, es ist auch immer etwas Schönes, wenn man Ältere unterrichtet, so siebzig-, achtzig-Jährige, wie dann das Prana, die Lebensenergie ins Gesicht zurückkehrt. Und auch wer jung ist und anfängt, merkt auch, er bekommt mehr Prana und alles Mögliche geht gut. Und wir haben hier ja auch so einige Seminare, ich gebe z.B. gerade ein Seminar über Gelassenheit entwickeln, das fällt leichter, wenn man mehr Energie hat und entspannter ist, dann fällt es leichter, gelassen zu sein. Oder wir haben ein eigentlich sehr ähnliches Seminar, das eine ganze Woche geht, mit einfühlsamer, gewaltfreier Kommunikation. Auch das fällt leichter, wenn man ein bisschen mehr Prana hat, dann kann man leichter auf seine Bedürfnisse und die Bedürfnisse der anderen besser hören, sie besser wahrnehmen und sie besser berücksichtigen. Und so ist für viele Menschen das ein Beginn und Hatha Yoga hat einige Aspekte.

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