Lakshmi, Symbol des Glücks der Fülle und Größe

Vishnu hat einen weiblichen Aspekt und das ist Lakshmi. Und Lakshmi ist die Göttin der Fülle, die Göttin des Reichtums, die Göttin des Wohlstandes. Vielleicht noch ein Wort zu diesen Bildern. Die Bilder haben auch eine besondere Kraft. Für westlichen Geschmack wirken sie vielleicht manchmal auf den ersten Blick etwas kitschig oder etwas eigenartig, aber sie sind typischerweise – mindestens in der Ursprungsform – gemalt worden von Meistern, die in tiefer Meditation waren und so eine Vision hatten. Und praktisch jedes Detail hat auch eine symbolische Bedeutung, die uns auf einer unterbewussten Ebene anspricht. Und wenn man solche Bilder mit dieser Offenheit anschaut, dann kann man oft merken, wie dieser bestimmte Aspekt stark in einem wird. Und der Lakshmi-Aspekt ist der Aspekt der Fülle und da gibt es einige Symbole, die in Indien als Symbole der Fülle gelten. Zum einen der Lotus. Lotus, sogar ein recht großer Lotus hier. So groß sind natürlich die Lotusblüten typischerweise nicht. Wer Lotus noch nicht gesehen hat, er ist wie eine Seerose, nur noch schöner. Und dann Elefant, in Indien gilt immer der Elefant als Symbol des Glücks und der Fülle und der Größe. Dann seht ihr hier weiße Schwäne. Schwäne stehen auch als Symbol von Schönheit, Schwäne sind auch Symbol von Brahma, dem Schöpfer und oft bei Saraswati zu sehen, aber hier, wo sie bei Lakshmi sind, dieser Aspekt der Schönheit und der Majestät. Wir haben ja auch hier in Bad Meinberg so einen Seeteich und da sind mehrere Schwäne und wenn ich die so öfters anschaue, verstehe ich, warum die so als Symbol des Göttlichen dort sind. Die haben etwas Majestätisches dort. Und Lakshmi, sieht jetzt hier so ein bisschen weltlich aus. Was hier aus der Hand runtergeht sind Goldmünzen und hier unten seht ihr sogar Banknoten. Das ist also eine etwas modernere Darstellung von Lakshmi. Und was das aber heißt, das heißt zum einen auch, auch Geld ist nicht unspirituell. Die Inder hatten dort einen unverkrampfteren Zugang zu Geld, als es letztlich im christlichen Mittelalter war, wo eigentlich, wer mit Geld zu tun hatte, das darf kein ehrlicher Christ machen. Und es hat viele Jahrhunderte gedauert, bis das die Christen durften. Dort galt immer schon, auch Handel ist irgendetwas Göttliches, dafür steht auch Lakshmi. Und wenn man das ethisch macht und dabei auch mit anderen teilt, dann ist das auch etwas, was spirituell ist. Wenn man es natürlich nur für sich macht, dann ist es egoistisch. Gut, selbst das Egoistische kann ja der Gesellschaft dienen, das ist ja irgendwo das Faszinierende an Marktwirtschaft. Eine Summe von Egoisten schafft irgendwo Wohlstand für die große Masse, sofern es dort irgendwo Umverteilungsmechanismen und Antikorruptionsmechanismen gibt, die natürlich oft nicht richtig funktionieren. Aber nichtsdestotrotz, irgendwo in diesem ganzen Gang ist auch Lakshmi drin. Jetzt für einen spirituellen Aspiranten – also, jetzt in Indien hat jeder Kaufmann irgendwo eine Lakshmi in seinem Laden, er will göttlichen Segen haben. Oder ich kann mich noch erinnern, irgendwann war ich mal in Indien, da habe ich das erste Harmonium gekauft, das heute noch im Westerwald funktioniert, habe ich vor kurzem festgestellt, das war 1992. Und dann wurde ich dort von jemandem begleitet und dann sind wir in so einen Musikladen, da haben wir erst lange geguckt. Er hat erst mal gesagt: „Schau nicht auf den Preis, sondern guck erst mal, was dir gefällt.“ Dann wurde der Preis genannt und da ist mir nur die Kinnlade runtergegangen, dann hat er gesagt: „Sei mal ruhig!“ Und dann hat er gesagt: „Saraswati ist right now and now Lakshmi has to be pleased.” Und dann hat er für mich die Verhandlungen übernommen und schließlich war es dann auch bezahlbar.

Fortsetzung folgt –

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Vishnu hält Schöpfung und Zerstörung im Gleichgewicht

Der zweite Aspekt von Ishwara ist Vishnu und Vishnu ist der Erhalter. Der Erhalter ist also der Aspekt, der Schöpfung und Zerstörung im Gleichgewicht hält. So sieht man in Vishnu Attribute der Zerstörung und Attribute der Schöpfung. Und wir sehen das Feinstoffliche und das Grobstoffliche. Erhaltung heißt immer ein Gleichgewicht. Es gibt in diesem manifesten Universum nichts, das stabil bleibt. Auch wenn es heißt, dass Vishnu Gleichgewicht ist, gibt es dennoch nichts, was stabil ist. Z.B. mag es jetzt so erscheinen, als ob ich hier jetzt bewegungslos auf der Bühne hocke. Gleichzeitig werden Sauerstoffmoleküle vernichtet, Kohlendioxid wird geschaffen. Ich habe irgendwo vor drei Stunden gegessen, es werden also irgendwelche Moleküle im Darmtrakt vernichtet, andere aufgebaut usw. Also alles, was beständig ist, ist letztlich ein Gleichgewicht aus Aufbau und Zerstörung, und dass dieses im Gleichgewicht ist, dafür steht Vishnu. Und auch für den spirituellen Aspiranten gilt es, ein Gleichgewicht zu haben zwischen dem Äußeren und dem Inneren, dem Groben und dem Feinstofflichen und auch da, wo wir Dinge aufgeben, loslassen, und Dinge, die wir neu in die Wege leiten. So sieht man hier, die Keule ist ein Symbol der Zerstörung, ebenso wie dieses Chakra, wie es genannt wird. Das ist so ein Diskus, den Vishnu mit seinem Finger losschickt und damit Dämonen den Koopf abschlägt. Also, ist nichts sehr Freundliches dort. Und, man kann sagen, das ist grobe Zerstörung, feinstoffliche Zerstörung. Und hier sehen wir das Muschelhorn, Symbol für den Klang und damit für die feinstoffliche Schöpfungsenergie. Und hier sehen wir einen Lotus aufgezeichnet auf seiner linken Hand, manchmal ist der Lotus auch noch sichtbarer, Symbol für die materielle Schöpfung. So seht ihr also in den unteren beiden Händen das Materielle und im Oberen das Feinstoffliche und ihr seht ebenso Zerstörung und Schöpfung. Vishnu ist aber auch sehr prachtvoll gekleidet, auch als Symbol dafür, die Welt ist etwas Schönes, sie ist etwas Großartiges, und sich so darum zu bemühen, diese Harmonie und dieses Gleichgewicht zu schaffen, ist etwas Großartiges und Freudevolles. Vishnu gilt ja auch als der Aspekt der Verantwortung. Vishnu gilt als der Aspekt des Friedens, Harmonie, Gerechtigkeit und auch in gewissem Maße des selbstlosen, uneigennützigen Dienens.

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Gott ist Wahrheit, Liebe, Schönheit

Interessanterweise, so in der westlichen Mythologie steht ja oft der Pfau für Eitelkeit und traditionell ist ja Christentum eine eher weltabwärts gewandte Religion, wo alles, was Vergnügen war, und alles, was Schönheit war, eher einen in Versuchung führt und Teufelswerk sein könnte, mindestens in manchen Aspekten des Christentums. Dort haben sich natürlich viele dann auch andere Gegenbewegungen gebildet. Währenddessen, in Indien galt immer Satyam Shivam Sundaram. Gott ist Satyam, Wahrheit, Shivam, Liebe, und Sundaram, Schönheit. Allerdings ist das auch irgendwo in der Bibel, „war schön und gut“. Und eben hier, die Schönheit, die Schöpfung ist auch schön. So ist Saraswati die Schöpferin und das schließt dann auch ein, das Kreative in uns, es schließt auch ein, die Wissenschaft, auch Wissenschaft ist kreativ, und es schließt ein, die Künste.

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Es gibt nur einen Gott in verschiedenen Manifestationen

Wirklichkeit und diese Wirklichkeit hat verschiedene Funktionen und wir können zu dieser höchsten Wirklichkeit auf verschiedene Weisen in Kontakt treten. Und dort gibt es ja verschiedene Religionen, die dort verschiedene Weisen haben, wie man diese Mannigfaltigkeit sehen kann. Wir finden es durchaus auch im Katholizismus oder wir finden es auch im Protestantismus, da gibt es Gottvater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist, drei Aspekte. Und ganze Konsilien haben darüber Wochen, Jahre lang diskutiert, was heißt das eigentlich? Es gibt nur einen Gott, aber es gibt drei Personen und die drei Personen sind trotzdem eins. Letztlich ist es so ähnlich zu verstehen. Oder im Judentum, da gibt es zwar dann nur einen einzigen Gott, aber der hat zig verschiedene Namen, und dann gibt es noch die verschiedensten Engelswesen, die auch als Manifestation des Einen gelten. Gut, und die Katholiken haben noch die verschiedensten Heiligen, die auch noch helfen, praktisch als Hüter der Pforten, uns zu Gott hinzubringen. Und so gibt es eben in Indien auch eine reichhaltige Mythologie und in dieser Mythologie gibt es verschiedene Aspekte der Wahrheit.

Ihr könnt es mindestens erahnen. Wer ist das? Brahma. Also, Brahman hat drei Hauptaspekte, Brahma, Vishnu und Shiva, Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung. Hier Brahma erkennbar als, er hat hier die Veden, da ist z.B. der Yajur Veda, wer Devanagari lesen kann, vier Veden, vier Köpfe. Das heißt auch, die Schöpfung der Welt. Gut, es gibt erst mal die Einheit, dann gibt es die Dualität, Brahman und Maya, dann gibt es Ishwara, und dann aus Ishwara ergeben sich die drei Gunas, und die Schöpfung beginnt dann wirklich, wenn man in die volle Dualität geht, und die Dualität hat dann vier Pole und dafür eben vier Himmelsrichtungen, vier Gesichter und auch vier Vedas. Brahma wird in Indien gar nicht so sehr verehrt, denn die schöpferische Kraft wird letztlich als eine weibliche Kraft gesehen und so wird der weibliche Aspekt von Brahman verehrt und das ist Saraswati. Saraswati, die Göttin von allem Kreativen, die Göttin der Künste, wie man hier sehen kann, die Musik, hier sind die bildenden Künste, also von ihr aus gesehen rechte Hand, eine Perlenkette, die Literatur, in ihrer linken unteren Hand hat sie ein Buch, Schönheit, der Pfau steht für Schönheit.

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Indische Mythologie – die Bedeutung der indischen Götter

Götter, Teil 4

 

Ich möchte euch jetzt ein paar Dias zeigen von den Aspekten der Wahrheit, Aspekten Gottes, wie wir sie in Indien finden. Ihr wisst inzwischen, mindestens die meisten, Yogis sagen, es gibt eine unendliche Wirklichkeit und diese unendliche Wirklichkeit ist in unserem Herzen, diese unendliche Wirklichkeit ist überall, sie manifestiert sich als das ganze Universum. Im Transzendentalen wird sie genannt, Brahman. Brahman wörtlich heißt „das Große“, aber Brahman ist das Absolute, es ist jenseits von allem. Dann gibt es Ishwara und Ishwara ist persönlicher Gott, Gott in der Welt, Gott, der Schöpfer, der Erhalter und der Zerstörer. Das ist nicht, dass das mehrere Personen sind, sondern es ist ein und derselbe. So wie z.B., Narendra sitzt dort. Er hat zwei Kinder und die nennen dich Papa. Er hat eine Lebensgefährtin, die nennt ihn vielleicht – sie wollen es jetzt nicht sagen – nehmen wir an, Liebling oder Schatz. Er hat Eltern und die nennen ihn Godehard. Er hat Freunde von früher, die nennen ihn Gogo. Er wohnt hier in einer spirituellen Gemeinschaft, wir nennen ihn Narendra. Er ist Schriftführer des Berufsverbandes der Yoga Vidya Lehrerinnen und Lehrer, tritt dort manchmal in offizieller Funktion auf und wird dann genannt, Herr Hübner. Wer ist er jetzt? Ist er Papa, Liebling, Gogo, Godehard, Narendra oder Herr Hübner? Wer ist er? Und angenommen, wir würden jetzt mal seine Zwillingskinder bitten, ihn mal zu beschreiben, und dann vielleicht noch die Amari bitten, ihn zu beschreiben, und seine Eltern, ihn zu beschreiben. Das wird erst mal so aussehen, als ob sie unterschiedliche Personen beschreiben, dennoch, es ist der gleiche. Je nachdem, in welcher Funktion man ist, je nachdem, wie man tätig ist, je nachdem letztlich auch, zu welchem Aspekt man einen Kontakt zu jemandem hat, werden unterschiedliche Aspekte dort sich manifestieren. Letztlich alle Aspekte sind also der gleiche. Es ist jetzt nicht so, dass seine Söhne und seine Lebensgefährtin und seine Eltern und seine Gurubys, also diejenigen, die den gleichen Guru wie er haben, jetzt unterschiedliche Menschen dort haben, sondern es ist immer der gleiche. Nur die Beziehung ist erst mal anders. Und so ähnlich auch, es gibt eine unendliche

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Wir haben an uns selbst gearbeitet

Dafür steht der Saraswati-Aspekt. Wir haben an uns gearbeitet, wir haben praktiziert, wir sind dort konsequent gewesen, wir haben unsere Talente entwickelt, wir haben gedient, wir haben die göttliche Kraft durch uns hindurchwirken lassen, jetzt ist diese Intuition das, was uns tief von innen führt. Saraswati steht natürlich auch für Kreativität. Und interessanterweise, in Indien ist es so üblich, wenn man irgendeine Kunst lernt, dann lernt man erst irgendwo eine stupide Disziplin. Ob das so geschickt ist, weiß ich auch nicht, aber wer jemals mal bei einem klassischen indischen Meister Tablas lernen würde, der würde erst, „da da din din, da da din din, da da din din“. Und dann kommt man beim nächsten Mal… Ich habe selbst so einen Unterricht nicht genossen, aber mir hat das mal jemand erzählt. Das muss man eine Stunde am Tag üben. Eine Woche später, „da da din din, da da din din, da da din din“. Wenn man das gemacht hat, dann, „one, two, three, four, one, two, three, four, one, two, three, four“. Das kommt sogar noch vor, „da da din din“. Aber später, die klassische indische Musik ist nachher eigentlich nur noch Improvisation. Also, am Anfang sehr strikt und irgendwann später Improvisation, alles fließt dort durch, da gibt es zwar irgendwo einen Dal, über den man herum variiert, aber es gibt keine Noten und nichts zu beachten, keinen Dirigenten. Wenn die Künstler zusammen sind, ist eigentlich so wie ein Jazz Konzert, außer dass es natürlich andere Instrumente vielleicht sind. Aber es ist eben dieses Prinzip, man findet sich und dann entsteht eine Stimmung und aus der heraus geschieht alles. So ähnlich soll dieser Saraswati-Aspekt sein. Erst mal eine gewisse Disziplin, dafür steht Durga, diese stellen wir in den Dienst der anderen, Lakshmi, daraus kommt eine Führung, Intuition.

Wenn wir dann diese Phase weitermachen, dann kommt der zehnte Tag, das ist Vijaya Dasami. Vijaya Dasami ist der zehnte Tag des Sieges, der steht dafür, dann erreichen wir Samadhi, die Einheitserfahrung, das unendliche Bewusstsein, Nirvikalpa Samadhi.

Das werden wir feiern. Drei Tage Durga-Puja, drei Tage Lakshmi-Puja, drei Tage Saraswati-Puja, dann am zehnten Tag werden wir probieren, in Samadhi zu kommen. Falls das nicht möglich ist oder falls es vielleicht dem ein oder anderen nicht gelingt, ist dann Vijaya Dasami auch ein Segen für den Alltag fürs nächste Jahr.

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Saraswati symbolisiert die Erkenntnis und Zugang zur Intuition

Dann folgt Saraswati.. Saraswati mit einer Vina, Saiteninstrument, mit einem Buch in der Hand, sie lächelt, sie hat einen weißen Sari. Manchmal wird sie auf einem weißen Lotus dargestellt, manchmal auch auf einem Baumstamm, wie hier. Und Saraswati symbolisiert die Weisheit, sie symbolisiert das Wissen, sie symbolisiert die Erkenntnis und auch den Zugang zur Intuition. Und interessanterweise kommt das eben erst bei Saraswati als dritten Aspekt, die letzten drei Tage. Manche Aspiranten vertrauen vielleicht zu früh ihrer Intuition. Von Anfang an gibt es eine Intuition und es ist gut, der Intuition zu vertrauen, aber so mit der Intuition ist es so eine Sache. Manchmal denken wir, es ist eine Intuition und es ist eigentlich eine Emotion oder vielleicht noch nicht mal das, einfach nur irgendein Gedanke im Geist. Und auch das ist so etwas, was ich beobachte, unter modernen Aspiranten scheint das Versprechen, das man gegeben hat, nicht mehr allzu viel zu gelten. Menschen verpflichten sich zu etwas und wenn drei Tage später irgendwo sie vom Herzen was ganz anderes spüren, machen sie was anderes und eine Woche später wieder was anderes. Da machen wir keinen wirklichen Fortschritt. Wir müssen schauen, ist das, was wir dort wirklich spüren, ist es eine tiefere Intuition. Die haben natürlich auch Menschen, die überhaupt auf keinen spirituellen Weg sich subjektiv fühlen. Jeder Mensch hat Intuitionen und viele Menschen haben Berufungserfahrungen und viele haben Visionen, viele spüren eine Mission des Lebens, das kommt sogar auch ohne irgendwelche spirituellen Erfahrungen. Wir müssen aber aufpassen, wenn einmal unser Herz sagt, „das und das“ und kurz danach was anderes, eine der beiden Aussagen hat nicht so ganz gestimmt. Und hier muss auch die Unterscheidungskraft kommen, hierzu muss auch Satyam, letztlich die Wahrhaftigkeit und das zu dem Stehen, was man versprochen hat, etwas beitragen. Natürlich gibt es auch Grenzen. Und vielleicht gibt es auch einen guten Grund, weshalb gerade in Deutschland das Wort nicht mehr viel gilt. Denn es gab eine Zeit, und die ist jetzt siebzig Jahre her, wo bei Menschen irgendein Geblöbnis mehr gegolten hat als alle Ideale, und aus gutem Grund haben dann Menschen gelernt, dort nicht einfach nur bedingungslos ihrem Wort dort zu folgen. Und deshalb heißt es auch in Indien, Ahimsa Paramo Dharma, Nicht-Verletzen ist die höchste Pflicht. Und da kann es auch mal sein, wenn ein Wort dagegen steht und man dazu gezwungen wäre, andere zu verletzen, dann gilt natürlich Ahimsa, das Nicht-Verletzen und die Liebe als das Wichtigste. Nichtsdestotrotz, wir müssen dort aufpassen, dass wir nicht einfach nur ein Fähnlein im Winde sind und zwar unsere eigenen Stimmungen und das Verbrämen als irgendwo spirituell. Irgendwann auf dem Weg, wenn wir uns gereinigt haben, wenn wir gedient haben, dann wird es tatsächlich so sein, dass unsere Intuition uns allein führt, dann brauchen wir nichts mehr.

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Die Kraft von Swami Sivanandas Worten ist immer da

Swami Sivananda hat das irgendwo entdeckt, dass dieses Talent in dem Andre van Lysebeth drin war und das hat dann der Andre van Lysebeth gemacht. Irgendwann, als es das 20-jährige Jubiläum war, habe ich die französischsprachige Ausgabe dort irgendwo mal entdeckt und da hat er das so beschrieben, wie das so gewesen ist, und bis kurz vor seinem Tod hat der Andre van Lysebeth diese Zeitschrift einmal im Monat herausgegeben. Und er hat so gesagt, diese Kraft von Swami Sivanandas Worten war immer da. Und so ist diese Kraft auch weiterhin da und es ist wichtig, dass wir uns dort nicht verschließen und nur denken, „ja, ich will einfach so ein bescheidenes, zurückgezogenes Leben führen“, sondern wir haben Talente, wir haben Fähigkeiten, diese gilt es, in den Dienst Gottes zu stellen. Manchmal haben moderne spirituelle Aspiranten auch so eine Art falsch verstandenen Gerechtigkeitssinn. Sie sagen: „Ja, andere, die Yoga machen, machen auch nicht mehr. Warum sollte ich mehr machen?“ Paulus hat da übrigens sehr schöne Briefe geschrieben, Korintherbrief, Römerbriefe vor allem, wo er dann auch sagt: „Gott hat euch Talente gegeben und diese gilt es, zu nutzen. Und je nachdem, was für Talente ihr habt, nutzt sie!“ Ich habe jetzt nicht die richtigen, korrekten Zitate, aber sinngemäß steht das irgendwo dort drin. Und wenn ich das so lese, dann weiß ich irgendwo oder bilde mir ein, die Paulusbriefe sind ja Antworten auf Briefe, die ihm geschrieben wurden. Und er hat die ja nicht einfach so aus heiterem Himmel geschrieben und da kann man dann immer überlegen, welche Fragen wurden ihm gestellt, wie er dort antwortet. Gut, und aus der Erfahrung eines Ashrams bilde ich mir dann ein, dass ich mir einige der Fragen dort denken kann. „Die anderen machen weniger und manche sind nicht ausreichend mit dem Herz bei der Sache“ und andere haben sich über dieses und jenes beschwert und dann sagt er: „Was auch immer ihr für Talente habt, nutzt diese Talente und entfaltet sie, entwickelt sie.“ Es gibt auch bei Jesus dieses Gleichnis, dass ein reicher Mann seinen drei Verwaltern jeweils eine gewisse Summe Goldes anvertraut hat und der eine hat es einfach nur aufbewahrt und der nächste hat es irgendwie fruchtbringend angelegt und mit Zins und Zinseszins dann irgendwo seinem Meister zurückgegeben. Jesus war jetzt keiner, wie das Gleichnis vom Kamel durch das Nadelöhr beweist, der jetzt einen dazu veranlassen wollte, Millionär, Milliardär zu werden, und gesagt hat: „Kümmert euch darum, viel Geld zu verdienen.“ Sondern das ist letztlich, wir haben Talente bekommen, die sind jetzt da, und es gilt, diese zu entfalten und zu entwickeln und diese dann in den Dienst zu stellen des Göttlichen, der göttlichen Mutter, Gottes, der kosmischen Energie, der Nächsten, wie auch immer wir das ausdrücken wollen. Für all das steht Lakshmi.

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Lakshmi steht auch für den spirituellen Wohlstand

Es gilt nur immer, uns dafür zu öffnen. Lakshmi gilt auch eben, der Aspekt des Teilens, Lakshmi steht auch für den spirituellen Wohlstand. Gut, es steht auch für materiellen Wohlstand. Um geben zu können, müssen wir natürlich auch etwas haben, damit wir es geben. Aber es steht auch dafür, dass wir unsere eigenen Talente entwickeln und dass wir diese Talente dort zum Vorschein bringen und uns bewusst werden, da steckt eine ganze Menge in uns drin. Manchmal sind moderne spirituelle Aspiranten, mindestens so, wie ich es beobachte, so ein bisschen bescheiden. Irgendwo meine ich, es ist etwas zu viel die Angst vor dem Ego und zu sehr der Wunsch, sich von allem zurückzuziehen, von dieser ach so schnöden Welt und man will einfach nur ein bisschen sich zurückziehen und meditieren. Das ist relativ häufig. Aber der Lakshmi-Aspekt ist ein wichtiger Aspekt und gerade der ganzheitliche Yoga, wie Swami Sivananda ihn gelehrt hat, wenn man sein Buch liest, „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“, „Die Kraft der Gedanken“ und auch eine ganze Menge anderer, wo er dann sagt: „Don‘t bleat like a lamb, roar Om Om Om like a lion of vedanta. Blöke nicht wie ein Schaf – bäh bäh bäh, hat der Swami Vishnu noch gesagt – brülle Om Om Om wie ein Löwe von Vedanta.“ Manchmal hat der Swami Vishnu auch, wenn man gesagt hat, „Swamiji, it‘s to much“, dann hat er gesagt, „bäh bäh bäh“. Und dann hat er gesagt: „Roar Om Om Om.“ Und darin war sowohl Swami Sivananda wie auch Swami Vishnu auch Meister darin, seine Schüler erkennen zu lassen, was sie alles für Fähigkeiten haben und für Fertigkeiten hatten. Nicht umsonst hatte der Swami Sivananda so viele Schüler, die nachher selbst Meister wurden. Das ist vielleicht eine der Besonderheiten von Swami Sivananda. Die meisten anderen großen Meister haben vielleicht einen oder zwei große Schüler, vielleicht auch drei. Und bei manchen ist nach ihrem Tod eigentlich nur noch ein Museum entstanden und viel mehr ist nicht passiert. Beim Swami Sivananda, da gibt es mindestens ein Dutzend Meister, von denen es heißt, dass sie auch die Selbstverwirklichung erreicht haben, mindestens behaupten das ihre Schüler, und ich selbst gehe auch davon aus, aber beweisen kann man es nicht, und sie haben große, auch spirituelle Vereinigungen dort gegründet und sehr viel bewirkt. Es gibt so eine Geschichte. Andre van Lysebeth ist ja in Deutschland bekannt, auch durch seine Bücher über Yoga, und der war bei Swami Sivananda im Ashram, hat von Swami Vishnu Hatha Yoga gelernt. Und als er nach Hause gehen wollte, hat der Swami Sivananda ihm gesagt: „Wenn du nach Hause fährst, dann schreibe eine Yogazeitschrift und jeden Monat eine Ausgabe. Und unterrichte Yoga.“ Der Andre van Lysebeth, als er in den Ashram gegangen ist, ist nicht dorthin gegangen, um nachher Yogalehrer zu werden, er hat auch im Sivananda Ashram keine Yogalehrerausbildung mitgemacht, keine Unterrichtsdidaktik, wie man einen fünfwöchigen Anfängerkurs gestaltet und wie man Rückyoga macht, sondern er hat halt bei den Yogastunden teilgenommen und zum Abschied hat der Swami Sivananda gesagt: „Wenn du nach Europa gehst, unterrichte Yoga und schreibe eine Yogazeitschrift, die jeden Monat erscheinen soll.“

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Lakshmi steht für den Aspekt des Dienens und des Helfens

Und so finden wir hier auch Lakshmi. Lakshmi ist dann die zweiten drei Tage. Also, Kali und Durga gehören irgendwo zusammen. Lakshmi, die hat jetzt gar keine kriegerischen Attribute. Sie hat zwei Hände mit dem Lotus nach oben, sie hat zwei Hände nach unten, wo dann etwas runterströmt. Manchmal kommt da Licht heraus, manchmal kommt irgendwo wie Wasser heraus, meistens kommen dort Goldmünzen heraus. Und das steht für einen zweiten wichtigen Aspekt auf dem spirituellen Weg. Durga und Kali stehen auch dafür, dass wir selbst spirituelle Praktiken machen, stehen auch dafür, dass wir die mit Vehemenz, mit Enthusiasmus, mit Begeisterung machen. Wie eben, der Löwe und der Tiger stehen eben auch dafür. Und dass wir auch durchaus dort konsequent sind, dafür steht dann auch das Schwert. Vielleicht auch freundlich, dafür steht dann auch der Lotus. Lakshmi steht jetzt für den Aspekt des Dienens und des Helfens. Wir selbst sollen werden wie Lakshmi. Zwei Hände nach oben, wie ein Lotus, der nach oben ist, wir nehmen Energie auf, wir öffnen uns zum Kosmos und wir bitten um Führung. Und wir geben das, was wir haben. Wir teilen das, was wir haben, mit anderen und fühlen uns dabei als Instrument, wollen das weitergeben. So wie wir geben, aber dieser Gedanke des Instruments nicht mehr da ist, dann kann entweder unser Ego stark werden, dann werden wir aufgeplustert. Und wenn wir aufgeplustert sind, werden wir wie ein Ballon und ein Ballon platzt irgendwann. Wenn wir Glück haben, gibt es dann irgendjemand mit einer Nadel, bevor wir zu aufgeblasen sind. Beim Vishnu haben wir gerne gesagt, Swami Vishnu hat gerade wieder eine Nadel reingesteckt und dann ist das Ego so ein bisschen wieder deflated. Und das Schicksal wird es schon machen und andere Menschen werden gerne die Rolle des Gurus erfüllen, unser Ego irgendwo ein bisschen zu leeren von heißer Luft. So ähnlich wie ja jetzt gerade im Finanzmarkt Blasen geplatzt sind, so bauen wir in unserem Geist öfters Blasen auf und die platzen glücklicherweise auch. Und was Menschen oft auch passiert, ist, sie brennen aus, wie es so schön heißt. Wenn es nicht mehr fließt, dann irgendwann hat das Ego zu und man gibt weiter und dann kommt nichts mehr. Es ist nicht so, dass wir wirklich keine Energie mehr haben. Es gibt eine riesige Energie und nicht nur unsere eigene Kundalini Energie, sondern göttlicher Segen kann durch uns hindurchströmen, wenn wir uns dafür öffnen.

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Durga, die gute Mutter

Und dann als zweites kommt dann auch noch die Durga dazu. Die sieht ein bisschen freundlicher aus. Die sitzt auf einem Tiger und manchmal auch auf einem Löwen. Da wird sich vielleicht meine Mutter angesprochen fühlen, die sitzt nämlich auch da, sie fühlt sich gerne als Löwin. Also, nicht als jemand, die auf einem Löwen sitzt, sondern Sternzeichen Löwen. Und ich habe irgendwann mal Astrologie studiert und mein Astrologielehrer hat mal gesagt, eines ist sicher bei Löwen, die sind stolz darauf, Löwe zu sein. Und hier ist zwar ein Tiger, aber es gibt auch Bilder von Durga auf einem Löwen reitend. Und diese Durga hat aber auch zum Teil Schwerter, sie lächelt und sie hat zum Teil freundliche Attribute in den Händen, wie einen Lotus oder ein Muschelhorn, zum Teil hat sie aber auch Waffen. Und das symbolisiert auch wieder Verschiedenes. Eines, was es vielleicht auch symbolisiert, ist, so lehrt uns letztlich die kosmische Energie, die Göttin, wie auch immer wir es ausdrücken wollen, oder auch Gott. Manchmal freundlich, manchmal weniger freundlich. Aber letztlich können wir wissen, Gott meint es immer gut. So wie eine gute Mutter, die wird manchmal auch streng sein müssen mit ihren Kindern. Wenn sie immer nur freundlich ist: „Ach ja, der Herd ist jetzt gerade an, die Platte ist auf drei. Bitte, liebes Kindchen, fasse mit deiner Hand nicht drauf.“ Oder: „Ach, da ist ein Baum, du bist auf fünf Meter Höhe, du willst jetzt runterspringen, ist ja ganz ok.“ Ich gehörte früher zu denen, die gerne auf Bäume geklettert sind und dann sich eine Freude gemacht haben, auszuprobieren, „von wie hoch kann ich runterspringen“. Aber ich habe dann dafür gesorgt, dass Mami nicht dabei war. Gut, aber da war ich schon alt genug, um das noch halbwegs zu sehen. Gut, Mutter muss manchmal streng sein, ist aber immer freundlich, und wir wissen, sie meint es immer gut. So können wir wissen, die göttliche Mutter, die kosmische Mutter, letztlich unser Schicksal ist uns geschickt, dass wir daran wachsen. Sie stellt uns Aufgaben, sodass wir daran wachsen. Also nicht nur einfach nur passiv erdulden und einfach nur sagen, „es ist schon alles gut“, sondern Mutter will, dass Kinder wachsen, dass sie sich entwickeln, dass sie ihre Fähigkeiten entwickeln.

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Gottes Manifestationen in uns

Bei Navaratri wird ja die Devi Mahatmyam rezitiert, auch Durga Saptashati genannt, siebenhundert Verse zur Verehrung der göttlichen Mutter. Das machen wir hier auch, über die neun Tage werden dann die siebenhundert Verse rezitiert in Pujas und anderem. Und Teile der Geschichten sind auch nicht so schön, mindestens für einen Menschen, der so wie ich, ein sehr friedvoller Mensch ist und irgendwo vom Temperament her Pazifist. Da gibt es nämlich Geschichten, wo die Devis, die Göttinnen, gegen die Dämonen kämpfen. Und eine besonders blutrünstige ist, da gibt es einen Dämonen namens Raktabija und gegen den kämpft dann Devi und andere Göttinnen. Und so wie der irgendwie verletzt wird, da fallen Blutstropfen herunter und aus jedem Blutstropfen kommt ein neuer Raktabija. Und nachdem das so ein paar Mal passiert ist und dort Tausende und Millionen dann von Dämonen dort entstanden sind, da wissen die Göttinnen nicht weiter. Und Durga ruft dann Kali an und sagt: „Kali, hilf uns!“ Und die Kali streckt dann ihre Zunge aus und dann können die Blutstropfen nicht mehr auf die Erde fallen, sondern wird so groß, dass die ganzen Raktabijas von der Kali verschlungen werden. Auf den ersten Blick eine blutrünstige Geschichte, mit der sich ein spiritueller Aspirant nicht beschäftigen sollte, ist nicht jugendfrei. Und wenn wir eine friedvolle Welt schaffen wollten, sollte es solche Geschichten nicht geben. Wir haben ja jetzt gerade eine Yogalehrerin, die will jetzt gerade ein Yogakinderbuch herausbringen. Und die nimmt dann so zum Teil die Geschichten aus meinem Yogageschichten-Buch und die schreibt sie dann kindgemäß um und wenn da irgendwas unschön ist oder irgendeine Gewalt noch so halbwegs drin ist, wird die irgendwie rausinterpretiert, damit Kinder mit solchen Sachen nicht konfrontiert werden. Ist vielleicht auch eine gute Sache. Auf einer anderen Ebene ist da aber auch eine psychologische Bedeutung, die Kali verschlingt die letztlich. Das heißt, die werden nicht vernichtet, sondern sie werden einverleibt, Teil, und ihre Bedrohlichkeit verschwindet. So gibt es viele von Schattenseiten in uns, die am Anfang bedrohlich wirken und es scheint so, als ob wir dagegen kämpfen müssen, und nachher stellen wir fest, sie sind wertvolle Seiten in uns, die ihre Funktion haben und die ihre Berechtigung haben. Wir müssen lernen, damit gut umzugehen und ihnen den Platz geben, den sie brauchen. So finden wir eine ganze Menge in Kali, aber ich wollte ja eigentlich nicht nur über Kali sprechen. Wir sind ja erst noch bei den ersten drei, der neun Tage. Eigentlich, vier Teile hat Navaratri.

Fortsetzung folgt –

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In uns ist alles Göttlich angelegt

Man kann es genetisch sehen. Wir haben ja letztlich irgendwie, ich glaube, achtundneunzig Prozent der Gene identisch mit dem Schimpansen und irgendwie noch siebzig Prozent mit dem Schmetterling und mit der Ameise. Also steckt alles irgendwo in uns drin und alles ist irgendwo angelegt und es kann kommen und diese Kali ist in uns drin. Gut, Kali steht aber auch noch mal für etwas anderes. Es ist nicht nur, dass wir dort vorsichtig sein müssen, sondern letztlich heißt es ja auch, es gibt die Integration der Schattenseiten. Das ist ein weites Thema, das wir jetzt nicht in ausreichender Tiefe behandeln können. Diejenigen, die schon länger auf dem Weg sind, wissen, dass sie in sich Seiten haben, die sie nicht als großartig sehen. Wer letzten Samstag da war, da hatte ich so über einiges gesprochen, was wir in uns haben, was sich positiv und negativ manifestieren kann. Und es gehört eben auch dazu, zu erkennen, dass z.B. Aggression zwar gegen andere Menschen gerichtet nicht so gut ist, aber Aggression, im Sinne vom Lateinischen „aggredere“, Dinge angehen und irgendwo einen Enthusiasmus haben und irgendwo loslegen, das ist was Gutes. Da müssen wir natürlich lernen, das mit Ahimsa zu verbinden, aber Dinge anzugehen ist gut. Manchen Menschen, denen fehlt das irgendwo. Genauso auch, Ehrgeiz muss auch nichts Schlechtes sein. Es kann was Schlechtes sein, das zu Arroganz führt, aber manchmal haben Menschen vielleicht wenig Ehrgeiz im Sinne von, man will etwas tun für Gott. Nicht im Sinne, für sich selbst, aber irgendwo dieser Wunsch, dort Verantwortung zu übernehmen und etwas zu tun und etwas zu bewirken und die Welt irgendwo zu verbessern, der ist wichtig. Und bei Kali gibt es ja auch zahlreiche verschiedene interessante Geschichten.

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Geschichte von einem Weisen

Wir werden dort feststellen, einiges ist in uns angelegt, einiges weniger Schöne ist in uns drin. Und wir sollten niemals denken, „darüber bin ich hinaus“, manchmal denken das Menschen. Wenn sie irgendwo hören, die Schwierigkeit von jemand anderes, sagen sie: „Ja, du bist noch nicht so weit. Warte erstmal, bis du so klug bist wie ich, dann ist alles in Ordnung.“ Ihr werdet das von keinem reifen Aspiranten hören. Der Vishnu hat gerne so eine Geschichte erzählt von einem Weisen. Und der hatte irgendwo Geburtstag und alle aus dem Dorf haben ihm gratuliert, nur einer nicht. Und der wurde dann von den anderen gefragt: „Warum kommst du nicht? Wir haben doch das große Glück, in unserem Dorf gibt es einen großen Weisen.“ Dann sagte der: „Weißt du, der Bart von diesem Mann ist auch nicht besser als der Bart meines Ziegenbocks.“ Und das wurde dem Weisen irgendwo erzählt. Dreißig Jahre später war er dann auf dem Totenbett und dann ließ er diesen einen Mann zu sich rufen. Nicht seine engsten Schüler, sondern auf dem Sterbebett wollte er noch mal zu dem einen sprechen. Und der wusste jetzt auch nicht, wie ihm geschieht. Er war einer der wenigen im Dort, die sich nicht als Schüler dieses Meisters sahen und ausgerechnet er sollte jetzt dort hin gerufen werden. Keiner verstand es, der am allerwenigsten, aber den letzten Wunsch eines Sterbenden muss man natürlich folgen, das sah auch dieser Mann ein. Und so kam er dort hin und dann sagte der Weise: „Danke dir, für deine Worte von vor dreißig Jahren! Du hast mir klar gemacht, mein Bart ist nicht besser als der Bart eines Ziegenbocks und ich kann jederzeit mich selbst zur Ziege und zum Ziegenbock machen und niemals ist man sicher, bis zum letzten Atemzug.“ Und so sollten wir immer demütig sein.

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Jetzt fange ich einfach an

Man mus sich die Zeit freischaufeln in seinem Tagesablauf. Auch mit seinem eigenen Geist, denn der Geist ist ja eigentlich ganz nett, er will uns ja Gutes tun. Wenn wir morgens aufwachen und wir haben den Wecker eine halbe Stunde früher gestellt, dann kommt der Liebevolle in uns und sagt: „Ja, noch eine Viertelstunde, du kannst ja noch eine Viertelstunde später meditieren. Ist Meditation nur um 6:00 Uhr morgens möglich? Die geht auch noch um 6:15 Uhr.“ Und um 6:15 Uhr: „Ja, abends geht es doch auch.“ Und abends: „Ja, jetzt brauche ich ein bisschen, muss ich früher ins Bett gehen, weil der Tag war lang. Ich kann ja morgen anfangen.“ Und da muss man halt einfach sagen: „Jetzt fange ich halt einfach an. Ob du willst oder nicht, ich mache es einfach.“ Kali steht auch dafür, dass wir auch eine gewisse Konsequenz haben müssen und durchaus manches im Leben umstellen. Und wer bis jetzt raucht und Fleisch isst und regelmäßig drei Glas Bier trinkt und einen Beruf hat, wo regelmäßiges Betrügen nötig ist, um zu überleben, da muss ich euch warnen, wenn ihr den spirituellen Weg ernsthaft geht, irgendwas werdet ihr ändern müssen. Wie weit ihr geht, ist natürlich jedem selbst überlassen, aber das ist eine zweite Bedeutung von Kali. Eine dritte Bedeutung von Kali ist auch, letztlich die Konfrontation mit dem, was in uns so alles angelegt ist und nicht nur schön ist. Manchen Menschen geht es so, sie denken: „Wenn die anderen freundlich wären, dann ginge es mir gut. Und alles Elend in meinem Leben liegt nur an den anderen.“ Wenn wir jetzt auf den spirituellen Weg kommen, dann werden wir feststellen, es liegt nicht nur an den anderen, sondern auch an uns. Ein typisches Beispiel, was ich dort gebrauche: Angenommen, jemand ist unfreundlich, dann ärgern wir uns über den Menschen und wir wissen, warum wir uns ärgern, weil der andere unfreundlich ist. Wenn wir auf dem spirituellen Weg sind, dann lernen wir, es ist ein Zeichen geistiger Stärke, auch wenn ein anderer unfreundlich ist, uns nicht zu ärgern, großmütig zu sein. Also ärgern wir uns nicht nur über den anderen Menschen, sondern wir ärgern uns auch über uns selbst, dass wir uns ärgern. Und als gute Aspiranten wissen wir auch, dass ein Aspirant liebevoll auch mit sich selbst umgehen sollte. Also ärgern wir uns erstens über den anderen Menschen, zweitens ärgern wir uns, dass wir uns ärgern, und drittens ärgern wir uns über uns selbst, dass wir nicht freundlich zu uns selbst sind. So macht der spirituelle Weg das Leben nicht einfacher, sondern fügt manchmal zusätzliche Komplexitätsgrade zum Leben dazu. Und sich dieser Sachen bewusst zu werden und praktisch seinen eigenen Schattenseiten ins Auge zu schauen, auch dafür steht Kali.

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Kali kann uns herausreisen aus unserem normalen und bequemen Alltag

Wir sind es ja oft eher gewohnt, wir freuen uns, wenn Dinge gut gehen, und wir ärgern uns, wenn Dinge schlecht gehen. Aber wir können eben auch gerade lernen von den Dingen, die schief gehen, und wir können gerade dann lernen, wenn Dinge problematisch sind, wenn wir herausgerissen werden aus unserem normalen und bequemen Alltag. Eine zweite Bedeutung von Kali ist aber auch das, was man oft am Anfang des spirituellen Weges auch machen muss. Und natürlich, ich muss zugeben, für mich ist dieses Bild auch etwas zu brutal. Vielleicht nicht nur etwas zu brutal. Und ich meine, ein moderner Aspirant sollte freundlicher mit seinem Leben umgehen als die Kali. Dennoch heißt oft der Beginn des spirituellen Weges, das wir einiges auch ändern müssen und manchmal auch ein bisschen mit Vehemenz ändern müssen. Und für manche Menschen fällt das auch gar nicht so leicht. Es fängt schon an, wenn man auf dem spirituellen Weg ist, gilt es, auch liebgewordene Denkgewohnheiten etwas zu verändern, es gilt auch, Selbstbild vielleicht irgendwann zu lösen, es gilt auch, einen gesünderen Lebensstil und einen spirituelleren Lebensstil dort zu führen. Und dabei muss man manchmal auch ein bisschen radikal sein. Nicht zu radikal, aber es gehört auch etwas dazu, morgens eine Viertelstunde früher aufzustehen, um zehn Minuten zu meditieren. Das klingt einfach, zehn Minuten sollte man doch haben. Irgendwo höre ich so eine andere Hörsendung, da ist irgendwo WDR-Comedy und dann heißt das immer: „Kannst du mal in der Halbzeit darüber nachdenken, fünfzehn Minuten packst du schon.“ Kennt anscheinend keiner außer mir hier. Also, fünfzehn Minuten Meditation, das packen wir schon. Gut, und vielleicht muss es dann irgendwann mehr werden und irgendwann vielleicht, was die meisten spirituellen Aspiranten, die nicht in einem Ashram leben, langfristig machen, ist, irgendwo eine Stunde mit ihren spirituellen Praktiken zu verbringen, im engeren Sinne, und dann, den Rest des Tages, diese Einstellung hineinzubringen.

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Es gibt keinen Unterschied zwischen der Essenz von Gott, dem Guru und einem selbst

Auf der physischen Ebene bestehen wir alle aus Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und ein bisschen Stickstoff und ein paar Spurenelemente. Dann, die Gene von allen Menschen sind zu über neunundneunzig Prozent identisch. Weiß jemand genau, zu wie viel Prozent mit  Schimpansen identisch? Achtundneunzig Prozent. Und über siebzig Prozent mit der Blattlaus. Und mit der Banane sind wir zu sechzig Prozent verwandt. Gerade, wer vielleicht gelb herumläuft ist… Also, Bausteine des Lebens sind ähnlich und so in jedem alles irgendwo angelegt und wir sind Teil dieser göttlichen Schöpfung und alle anderen auch. Und das ist diese mittlere Ebene, auf der mittleren Ebene sind wir Teil von Gott, Teil der Schöpfung, wie auch immer wir es ausdrücken wollen. Damit verbunden mit allem, im Wissen, „alles ist in mir angelegt, alles ist in jedem anderen angelegt“. Und ich glaube, heute ist das Wissen durchaus verbreitet, dass wir wissen, wenn wir einen Verbrecher sehen, sollte man nicht vorschnell urteilen, denn wir wissen nicht, was in uns alles an Möglichkeiten drin steckt. Jetzt ist ja auch irgendwo wieder, jährt sich alles Mögliche vom Dritten Reich, irgendwo siebzig Jahre Reichskristallnacht bald und fünfundsiebzig Jahre von anderem oder fünfundsechzig Jahre von anderem. Also, es jährt sich immer irgendwas. Und da gab es so viele Verbrecher. Wer von uns wüsste, wie er reagieren würde in einer solchen Situation? Wir hoffen natürlich alle, wir würden unser Leben aufs Spiel setzen, um jemand anderes zu retten. Wer könnte das mit hundertprozentiger Sicherheit sagen? Was nicht heißt, dass man nicht da was tun soll gegen Verbrechen und was nicht heißt, dass nicht auch Verbrecher vielleicht weggesperrt gehören, aber Mitgefühl sollte man trotzdem haben und in jedem Fall keinen Hochmut, denn wir wissen, irgendwie ist alles in uns angelegt. So sagt es auch Patanjali. Und man sollte keinen Hochmut empfinden, denn die Samen von allen sind in uns verborgen. Gut, und auf der allerhöchsten Ebene, sagt Hanuman, „bin ich du“. Also, auf der höchsten Ebene des reinen Bewusstseins, dort können wir sagen: „Aham Brahmasmi. Ich bin Brahman.“ Und damit gibt es keinen Unterschied zwischen dem Individuum, Gott, Guru. Es gibt ja diesen einen Ausdruck in der Guru Parampara Stotram „Ishvaro Gururatmeti, Murtibhedavibhagine“. Es gibt keinen Unterschied zwischen der Essenz von Gott, dem Guru und einem selbst. Letztlich ist alles die Verkörperung des Einen und des Unendlichen. Das darf man nicht missverstehen. Das soll nicht heißen, dass wir sagen:

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Kali ist der Beginn des spirituellen Weges

In Amerika gibt es so ein Zentrum, da wird Gorillas systematisch die Taubstummensprache beigebracht und die können dann anfangen, sich zu unterhalten. Und die unterhalten sich wie ein Mensch. Die stellen sich Fragen, die tauschen sich aus, auch untereinander, aber vor allen Dingen mit ihrem Pfleger. Und die fragen: „Wie geht es?“ Und die sagen, wie es einem geht. Sie sagen, was sie wollen, was sie nicht wollen. Sie sagen, wenn sie traurig sind. Sie sagen, wenn es ihnen gut geht, wenn sie ärgerlich sind. Sie fragen den Pfleger, wie es ihm geht. Und wenn es ihm nicht gut geht und er das sagt, dann nehmen sie den in den Arm. Die haben sogar einen Humor. So eine Sache, die mir lebhaft im Kopf ist: Irgend so ein Affe hat dort hin gezeigt und hat gesagt, „rote Couch“. Die war aber weiß. Dann hat der Pfleger irgendwo gesagt: „Nein, weiße Couch.“ Und der Affe hat sogar mit dem Kopf geschüttelt und hat gesagt: „Rote Couch.“ Und der Pfleger wusste jetzt nicht, eigentlich war das ein sehr verständiger Affe. Und dann ist der Affe etwas näher gekommen und hat gezeigt, da war ein kleiner roter Faden, und er hat gezeigt, „rote Couch“ und er hat dann vor Freude angefangen, hoch und runter zu springen und zu klatschen und fand das urkomisch und witzig. Allerdings wurde jetzt in der Hörsendung nicht gesagt, ob das der Affe mal gefragt hätte: „Was ist nach dem Tod?“ Vielleicht wird das auch irgendwann kommen. Das wäre jetzt interessant, wenn die Affen jetzt mehr noch untereinander über die Taubstummensprache anfangen, zu kommunizieren und es ihren Kindern beibringen, dann könnte daraus eine ganze Zivilisation werden. Dann ist die Frage, wo ist dann der Unterschied Mensch und Affe? Und dann stellt sich noch mehr die Frage, wieso kommt ein Mensch dazu, Tiere in Gefangenschaft zu halten, oder noch mehr, sie umzubringen und zu fressen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls mit den Menschen, mindestens der Mensch stellt sich die Frage: „Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?“ Manchmal verdrängen wir diese Frage und manchmal muss dann Kali kommen, um sie uns wieder in Erinnerung zu rufen. Und so ist oft Kali der Beginn des spirituellen Weges. Und als solches können wir Kali auch wertschätzen.

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Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich

Manche Menschen kommen auf diesen Weg. Mein eigener spiritueller Weg wurde irgendwo durch eine solche Erfahrung begünstigt, allerdings weniger, was mir selbst passiert ist. Ich muss jetzt gerade daran denken, nächste Woche ist die Fünf-Jahres-Feier und dann haben die örtlichen Zeitungen das Bedürfnis, mich zu interviewen. Und die letzte hat mich dann ja auch – manche haben es vielleicht schon gelesen, da liegt ja auch so eine Zeitung aus. Normalerweise war ich bisher gewohnt, hier in Bad Meinberg fragen sie mich mehr: „Wie viele Übernachtungen gibt es und was sind die Programme? Wie viel Prozent Zuwachs erwarten Sie für das nächste Jahr?“ Diesmal wollte er irgendwie etwas wissen über meinen eigenen spirituellen Weg. Gut, da musste ich dann auch daran denken, als Kind hatte ich irgendwelche spirituellen Erfahrungen, Lichterfahrungen, irgendwo ein Gefühl von Visionen von Jesus. Dann ist mir dieser Glaube irgendwann mal abhanden gekommen, insbesondere als ich – manche kennen das noch – diese Filmserie „Holocaust“ gesehen habe. Das hat irgendwo so den kindlichen Glauben gründlich durcheinander gerüttelt und parallel gab es im Fernsehen diese Bilder von verhungernden äthiopischen Kindern. Da war es nicht mehr einfach nur heile Welten, alles ist gut, sondern da war dann die Frage: „Was hat die Welt für eine Bedeutung, wenn es solches Leiden gibt? Was kann Gott für eine Bedeutung haben, wenn er solchen Leiden zulässt?“ Manche kommen über eine Krankheit auf den spirituellen Weg. Manche kommen über einen Verlust eines nahen Angehörigen auf den spirituellen Weg. Manche durch etwas, was gerade droht. Gerade jetzt momentan, manche lesen ja auch Zeitung oder Internet, gibt es ja in Amerika den fast Zusammenbruch des finanziellen Systems. Irgendwo scheinen da bis jetzt eine Billiarde Dollar vernichtet worden zu sein und manche schätzen, dass da noch mal zwei Billiarden weiter verloren werden. Also, nicht Billionen. Das sind pro Erdbewohner ein paar tausend Euro, also das geht nicht um kleine Mengen, oder vielleicht tausend Euro insgesamt pro Erdbewohner. Also unglaubliche Summen. Letztlich, manche Menschen werden dadurch durcheinander gerüttelt und man sieht, auf einer irdischen Weise wächst nicht alles immer weiter in den Himmel. Und dann kommt man zu der Frage: „Was ist vor dem Hintergrund der Vergänglichkeit ewig? Was ist vor dem Hintergrund, dass alles, was wir haben, irgendwann vergehen kann, was ist da von Bedeutung?“ Und viele Menschen kommen so zu den Fragen: „Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?“ Viele Menschen verdrängen diese Fragen. Der Mensch stellt sich diese Fragen, aber wir verdrängen sie. Irgendwo gehört es zum Menschsein dazu. Wir wissen nicht, ob Tiere sich auch diese Frage stellen. Menschen sind ja so egozentriert und denken, nur der Mensch denkt so. Vor kurzem hatte ich mal so eine interessante Hörsendung über Gorillas. Ich hatte es, glaube ich, schon mal vor kurzem erwähnt. Irgendwie hat mich das sehr beeindruckt, deshalb kommt dieses Beispiel ständig jetzt in den Satsangs.

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Verehrungen Gottes und der göttlichen Mutter

Aber in Indien ist das jetzt die Zeit, ab nächsten Dienstag finden neun Tage Navaratri statt, die neun Nächte und Tage zur Verehrung der göttlichen Mutter. Nach der Tag-Nachtgleiche gibt es auch im Judentum die High Holidays, die hohen Feiertage, zwischen Jom Kippur und Rosch Haschana. Also, das klassische Neujahrsfest ist dort im Judentum nicht am 1. Januar, sondern eben Rosch Haschana, ich weiß nicht genau, wie es dieses Jahr genau fällt, manchmal fällt es genau überein mit dem Navaratri, müsste ich eigentlich noch mal nachgucken. Manchmal ist es auch um einen Monat verzögert oder verschoben, je nachdem, wie in Indien und in Israel der Mond gerade fällt. Das kann nämlich manchmal sein, dass der genau zwischen diesen vier Stunden so fällt, dass sich das Ganze um einen Monat verschiebt. Jedenfalls in Indien ist das neuntägige Fest Navaratri und das beginnt am Dienstag und das hat auch eine bestimmte Reihenfolge. Drei Tage wird Kali verehrt und Durga, dann drei Tage Lakshmi, dann drei Tage Saraswati und dann folgt Vijaya Dasami, der zehnte Tag des Sieges. Und da gibt es auch eine bestimmte Bedeutung, warum das so ist und es gibt vor allem eine spirituelle und auch eine psychologische Bedeutung. Und Rafaela war so freundlich und hat mir jetzt einige Bilder der Göttinnen gebracht, mindestens die in den ersten Reihen werden die sehen können, die anderen müssen meiner Beschreibung vertrauen.

Die neun Tage der göttlichen Mutter beginnen mit der Verehrung von Kali und von Durga. Und wer sich dieses Kali-Bild anschaut, der sieht, da ist eine mit einer dunklen Hautfarbe, blau, und sie hat eine Girlande aus abgeschlagenen Köpfen, sie hat einen Rock aus abgeschlagenen Armen, sie tanzt auf Shiva herum und im Hintergrund tanzen irgendwelche Dämonen, die miteinander kämpfen. Also eigentlich zunächst mal kein spirituelles Bild. Und sie hat natürlich noch alle möglichen Waffen und da hat sie noch so einen Kopf, der abgeschlagen ist. Auf eine gewisse Weise symbolisiert das, wie manche Menschen auf den spirituellen Weg kommen, man könnte auch sagen, auf den spirituellen Weg geprügelt werden. Es gibt verschiedene Weisen, wie wir auf den Weg kommen. Nicht immer geschieht es über Kali, sondern es geschieht manchmal auch anders.

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